Mannheim: Kleinkind erleidet Tortur – Prozess gegen Pflegeeltern beginnt

Weil sie ihr Pflegekind brutal misshandelt haben sollen, müssen sich Pflegeeltern aus dem Rhein-Neckar-Kreis von
Dienstag an vor dem Amtsgericht Mannheim verantworten. Sie stehen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung mit Misshandlung von Schutzbefohlenen vor Gericht. Der damals drei Jahre alte Junge war mit offenen Wunden, ausgerissenen Haaren, gebrochenen Knochen, einer Leberprellung sowie völlig unterernährt 2017 aus der
Pflegefamilie herausgeholt worden. Das Jugendamt war auf die Misshandlung aufmerksam geworden und brachte den Bub in eine Klinik, wo er zehn Tage behandelt wurde.
Die 44-jährige Pflegemutter hat laut Anklage eine Misshandlung des Kindes bestritten. Dieses sei gestürzt und habe zu wenig gegessen, um die anderen Familienmitglieder zu „bestrafen“. Die Haare habe der Junge sich selbst herausgerissen. Der gleichaltrige Vater hatte zunächst geschwiegen und dann einen Brief ans Gericht geschrieben,
dessen Inhalt nicht öffentlich bekannt wurde. Die leibliche Mutter des Opfers tritt in der Verhandlung als Nebenklägerin auf. Der Strafrahmen für die gefährliche Körperverletzung und die Misshandlung von Schutzbefohlenen liegt bei
sechs Monaten bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe. dpa/feh