Mannheim: Knatsch um Vorstandsgehälter auf SAP-Hauptversammlung erwartet

Das diesjährige SAP-Aktionärstreffen dürfte deutlich weniger friedlich als in den vergangenen Jahren ablaufen. Einflussreiche Aktionärsvertreter wollen bei der Hauptversammlung des Softwareherstellers heute in Mannheim die hohen Vorstandsgehälter zum Thema machen. SAP-Chef Bill McDermott erhielt für 2016 dank Aktienoptionen mit knapp 14 Millionen Euro so viel wie kein anderer Chef eines Dax-Konzerns. „Wir werden gegen die Entlastung des Aufsichtsrates stimmen, weil wir erhebliche Bedenken bezüglich des Vergütungssystems haben und diese vom Aufsichtsrat ignoriert wurden“, sagte Hans-Christoph Hirt vom britischen Investor und Aktionärsvertreter Hermes dem „Spiegel“. Dieses Mal lässt SAP über die Vorstandsvergütung überhaupt nicht abstimmen, entsprechend könnten die Aktionäre auf die Entlastung der Aufsichtsräte, die das Vergütungssystem mit verantworten, ausweichen. SAP-Mitgründer Hasso Plattner dürfte sich daher am Mittwoch zu dem Thema äußern, ebenso wie Vorstandschef Bill McDermott. Der verteidigte in einer E-Mail an seine Mitarbeiter dieser Tage das aktienbasierte Vergütungssystem, an dem auch die Beschäftigten selbst teilhaben können. „Wir haben eine Pay-for-Performance-Kultur, die unsere Entlohnung als Mitarbeiter direkt mit dem Wert verknüpft, den wir für unsere Aktionäre schaffen. „Laut Plattner steht inzwischen eine Nachfolgerin für den scheidenden Aufsichtsrat Jim Hagemann Snabe fest. „Wir werden auf der Hauptversammlung ankündigen, dass wir Aicha Evans, die Strategiechefin von Intel, gewonnen haben“, sagte er dem „Handelsblatt“ (Mittwoch). (dpa/asc)