Mannheim: Kretschmann macht beim Diesel Industrie und Bundespolitik Vorwürfe

© By RudolfSimon (Own work) [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat der Bundespolitik und der Autoindustrie wegen des Dieselskandals erneut Vorwürfe gemacht. «Das Problem beruht auf schweren Fehlern der Vergangenheit durch Bundespolitik und Autoindustrie, die eine Vertrauenskrise nach sich gezogen haben», sagte er im Interview mit dem «Mannheimer Morgen». «Da gab es Betrug. Aber noch schlimmer ist, dass die Messdaten aus dem Labor in der Realität um ein Vielfaches überschritten werden und von zehn Dieseln nur einer richtig sauber ist.»

Grundsätzlich verteidigte der Grünen-Politiker allerdings den Dieselmotor. Ein wirklich sauberer Diesel werde als «Übergangstechnologie hin zu einer emissionsfreien Mobilität» gebraucht. Bis Verbrennungsmotoren abgelöst werden könnten, würde es noch mindestens zwei Jahrzehnte dauern.

Auf die Frage, warum sich der Dieselskandal und die generelle Debatte um das Auto anscheinend kaum positiv für die Grünen auswirkten, erklärte Kretschmann: «Ich vermute, dass das Thema Diesel viel zu komplex ist. Das ist nicht so wie die Reaktorkatastrophe von Fukushima. Aus dem Diesel kann man nicht einfach aussteigen. Ich meine, wer besitzt schon ein Atomkraftwerk? Aber 15 Millionen Menschen in Deutschland haben einen Diesel.» (lsw/Bild: Rudolf Simon, 2012 [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons)