Mannheim/Lampertheim: Mindestens vier weitere Corona-Fälle in der Region

Das Gesundheitsamt Mannheim meldet aktuell drei Fälle. Im ersten Fall handelt es sich um einen 68-jährigen Mann, der Kontakt zu der infizierten Person aus dem Rhein-Neckar-Kreis hatte, die am vergangenen Mittwoch aus dem Skiurlaub in Südtirol nach Deutschland zurückkehrte. Der Mannheimer befand sich als Kontaktperson bereits in häuslicher Quarantäne. Der Infizierte zeigt bislang keine Krankheitsanzeichen, es geht ihm den Angaben nach gut. Der zweite Infizierte, ein 23-jähriger Mann aus Mannheim, hatte Kontakt zu einem bereits bestätigten Fall in Nordrhein-Westfalen. Auch er befand sich als Kontaktperson bereits in häuslicher Quarantäne. Der Patient hat, wie es heißt, leichte grippale Symptome. Beim dritten Fall handelt es sich um einen 53-Jährigen Mannheimer, der von einer Reise aus dem Risikogebiet Ghom im Iran zurückgekehrt ist. Er befand sich seitdem in häuslicher Quarantäne. Der Patient ist inzwischen Theresienkrankenhaus und wird isoliert von anderen Patienten behandelt. Er zeigt Anzeichen einer Lungenentzündung. Wie das Gesundheitsamt Mannheim weiterhin mitteilt, gehe man in allen drei Fällen möglichen weiteren Kontaktpersonen nach, diese werden entsprechend informiert und begleitet.

Im Kreis Bergstraße hat sich bei einer Person der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus bestätigt. Es handelt sich nach Angaben des Kreises um eine 42 Jahre alte Frau aus Lampertheim, die zur Fastnacht in Heinsberg, Nordrhein-Westfalen, gewesen war. Sie hat leichte Krankheitssymptome und befindet sich derzeit mit ihrer Familie, mit der sie in den vergangenen Tagen engen Kontakt hatte, in häuslicher Quarantäne. Bei der Familie findet eine engmaschige Betreuung durch das Gesundheitsamt statt. Die Familie hatte, wie es heißt, seit ihrer Rückkehr aus Heinsberg zu keinen anderen Personen im Landkreis Kontakt.

Trotz der steigenden Anzahl an Infizierten gibt sich Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) dennoch zuversichtlich, die Lage im Südwesten zu kontrollieren. „Wir haben nach wie vor keinen kursierenden Erreger“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe einen Überblick über die meisten Kontaktketten. Allerdings warnte Innenminister Thomas Strobl, trotz aller Anstrengungen würden sich weitere Infektionen zunächst nicht verhindern lassen. „Wir müssen uns bewusst sein, dass weitere Krankheitsfälle auftreten werden“, sagte der CDU-Politiker der dpa. Die Zahl bestätigter Coronavirus-Fälle in Baden-Württemberg stieg bis zum frühen Sonntagabend auf 20. In ganz Deutschland mehren sich die Fälle von Infektionen mit dem neuartigen Virus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Um die Gefahr von Ansteckungen zum Ende der Faschingsferien zu reduzieren, sollen nach Kindern, Schülern, Lehrern und vielen Beamten auch Polizisten vorsorglich zu Hause bleiben, wenn sie in den vergangenen Tagen aus einem Risikogebiet für das Coronavirus zurückgekehrt sind. Dies gelte unabhängig von eigenen Krankheitssymptomen, wie aus einem internen Schreiben des Innenministeriums hervorgeht. Als Risikogebiete nennt das Ministerium die norditalienische Provinz Lodi in der Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua (Region Venetien) sowie Teile Chinas, des Irans und Südkoreas. Zuvor hatte bereits das Kultusministerium eine ähnliche Vorgabe für Kindertagesstätten und Schulen herausgegeben. Die Ferien enden in Baden-Württemberg an diesem Montag. Gläubige feierten ihren Sonntagsgottesdienst nach der Mahnung der Kirchen unter erhöhter Vorsicht. In der evangelischen Christus-Luther-Markus-Gemeinde in Heidelberg begingen die Gläubigen zwar wie gewohnt das Abendmahl. Wein oder Traubensaft gab es aber nur in speziellen Einzelkelchen. Zudem desinfizierten sich die Kirchendiener vor der Ausgabe des Brotes die Hände. (dpa/asc)