Mannheim: Land gibt „nur“ 40 Millionen für Nationaltheater-Sanierung

Zur Generalsanierung des Mannheimer Nationaltheaters plant das Land Baden-Württemberg 40 Millionen beizutragen. Das habe die Haushaltskommission, in der Vertreter der Regierung und der Regierungsfraktionen sitzen, beschlossen, teilte die Mannheimer Landtagsabgeordnete Elke Zimmer (Grüne) am Samstagabend mit. „Mit dem Beschluss der Haushaltskommission erhält die Stadt Mannheim zum frühestmöglichen Zeitpunkt Planungssicherheit. Die verbindlichen Zusagen aus Bund und Land sind Grundlage für die weiteren Pläne zur Sanierung.“ Damit klafft nun eine Lücke in den Finanzplanungen. SPD-Landtagsfraktionschef Andreas Stoch hatte die grün-schwarze Landesregierung im August aufgefordert, sich mit 80 Millionen Euro zu beteiligen. In dieser Höhe will sich nämlich der Bund an den geschätzten Kosten für die Sanierung des Theaters und die Ersatzspielstätten beteiligen. Ebenfalls 80 Millionen plant die Stadt
zu zahlen. Insgesamt werden etwa 240 Millionen Kosten veranschlagt.

Die Mannheimer SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Stefan Fulst-Blei und Dr. Boris Weirauch sehen die Ankündigung aus Stuttgart über eine finanzielle Unterstützung bei der NTM-Sanierung kritisch und halten an ihrer Forderung fest, dass das Land sich mit 80 Millionen Euro und damit in gleicher Höhe wie der Bund an der Sanierung beteiligt. „Mehr ist Mannheim der grün-schwarzen Landesregierung offenbar nicht wert. Während die Staatstheater in Stuttgart und Karlsruhe jeweils mit deutlich über 100 Millionen gefördert werden, muss sich Mannheim wieder einmal hinten anstellen“, bezeichnet Weirauch die Nachricht als enttäuschend.

Stefan Fulst-Blei kritisiert, dass die Förderung des Landes deutlich hinter der Förderung des Bundes zurückbleibt: „Fair wäre gewesen, wenn die Sanierung unseres historisch einzigartigen und bundesweit renommierten Theaters zwischen Bund, Land und Stadt zu gleichen Teilen gestemmt worden wäre. Der Bund hat geliefert, Grün-Schwarz bleibt im Land leider auf halber Strecke stehen“. Positiv bewerten die beiden Mannheimer Abgeordneten, dass die Finanzierung nun doch noch im Nachtragshaushalt 2018 verankert werden soll. (mho/dpa)