Mannheim: Mehr Geld für Sicherheitsbranche – Arbeitgeber: Abschluss grenzwertig

Der Tarifabschluss in der Sicherheitsbranche in Baden-Württemberg ist aus Sicht der Arbeitgeber eine wirtschaftliche Herausforderung für viele Firmen. «Für die Unternehmen und die Kunden ist das schon grenzwertig», sagte die Sprecherin des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft, Silke Wollmann, am Samstag in Bad Homburg. Dennoch seien die Arbeitgeber froh über eine Einigung auf einen neuen Tarifvertrag.

In dem Tarifkonflikt hatte es zahlreiche Warnstreiks am Stuttgarter Flughafen und in den Kernkraftwerken des Landes gegeben. Nach dem am Freitag in Mannheim mit der Gewerkschaft Verdi gefundenen Kompromiss erhalten die etwa 19 000 Mitarbeiter des Wach- und Sicherheitsgewerbes im Südwesten mehr Geld.

Vereinbart wurden Erhöhungen zum 1. März 2015 und zum 1. Januar 2016. Auszubildende bekommen zweimal 30 Euro mehr. Beschäftigte im sogenannten Separatwachdienst – dem klassischen Objekt- und Gebäudeschutz – erhalten 2,9 und 2,8 Prozent mehr Geld.

Bei der Flugsicherung und bei der Bewachung kerntechnischer Anlagen gibt es Erhöhungen um zweimal 4,2 Prozent. Der Tarifvertrag läuft bis zum 31. Dezember 2016. Der alte Vertrag war Ende 2014 ausgelaufen.

Am Mittwoch war auch in Hamburg ein Tarifkompromiss für das Sicherheitsgewerbe gelungen. Dort verständigten sich Verdi und der Bundesverband auf Lohnerhöhungen von bis zu 12 Prozent innerhalb eines Jahres für die rund 8000 Beschäftigten. Die Mitarbeiter der Sicherheitskontrolle am Hamburger Airport hatten zum Wochenbeginn mit einem Warnstreik den Flughafen weitgehend lahmgelegt. (lsw)