Mannheim: Multihalle soll mit Hilfe aus Berlin gerettet werden

Die Stadt Mannheim bekräftigt ihre Entschlossenheit, die Multihalle als „einzigartiges architektonisches Kulturerbe zu erhalten“. Unter diesem Aspelt entscheidet der Gemeinderat am 23. Oktober über ein Aufnahmegesuch in die Förderprogramme „Nationale Projekte des Städtebaus“ sowie „Europäisches Kulturerbejahr SHARING HERITAGE“. Sofern erfolgreich, würde das Gremium die notwendigen finanziellen Voraussetzungen schaffen „für eine Drittel-Beteiligung an den Kosten des ersten Bauabschnitts, der Sanierung des Tragwerks inklusive teilweiser Rückbau der Betoneinbauten gemäß dem Wettbewerbsergebnis“, heißt es am Freitag. Die aktuelle Kostenschätzung liegt bei 14,2 Millionen Euro.  „Der Erhalt der Multihalle hat eine überaus positive Entwicklung eingeschlagen. Bei der Bewerbung um Aufnahme in das Programm Nationale Projekte des Städtebaus zum Erhalt dieses einzigartigen Kulturerbes setzen wir auch auf die Abgeordneten der Regierungskoalition“, erläutert Baubürgermeister Lothar Quast.

Das Bundesinnenministerium (BMI) fördert mit dem Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ (NPS) investive sowie konzeptionelle Projekte mit besonderer nationaler bzw. internationaler Wahrnehmbarkeit, mit sehr hoher fachlicher Qualität, mit überdurchschnittlichem Investitionsvolumen oder mit hohem Innovationspotenzial. Die Förderprojekte müssen bis zum 30. November 2018 eingereicht und von den betreffenden Kommunen mitfinanziert werden. Der Eigenanteil beträgt in der Regel ein Drittel der förderfähigen Projektkosten. Im Februar 2019 tagt die unabhängige Expertenjury mit dem Ziel, eine Förderempfehlung zu erarbeiten. Im März 2019 erfolgen die Veröffentlichung der Auswahl und die Information der entsprechenden Kommunen.

Die Europäische Kommission führt 2018 das Europäische Kulturerbejahr SHARING HERITAGE durch. Ziel ist es insbesondere dazu beizutragen, die Rolle des europäischen Kulturerbes zu stärken, das eine Schlüsselkomponente der kulturellen Vielfalt und des interkulturellen Dialogs darstellt.  Das Baudezernat der Stadt Mannheim hat in Kooperation mit der kulturellen Stadtentwicklung den Antrag „EUTOPIA MULTIHALLE – Eine vergessene Utopie als Modell kultureller Stadtentwicklung“ eingereicht. Der Antrag wurde mit einer 50 prozentigen Kofinanzierung in Höhe von 150.000 Euro bewilligt.

Der Mannheimer Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel unterstützt die Pläne der Stadt, die Sanierung der Multihalle voranzutreiben und dafür Bundesmittel aus Berlin einzuwerben. “ Wir brauchen erneut einen Bundeszuschuss aus Berlin. Nach der finanziellen Unterstützung fürs Nationaltheater brauchen wir dieses Mal Unterstützung bei der Sanierung der Multihalle. Dazu wollen wir in das bestehende Förderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ aufgenommen werden. Das ist machbar, aber nicht einfach“, so Löbel in einer ersten Bewertung. „Denn nach meinen Informationen aus dem zuständigen Bundesministerium für Inneres und Bau ist das Förderprogramm schon jetzt total überzeichnet und außerdem ist das Mannheimer Projekt von seinem finanziellen Volumen her eigentlich zu groß, um als Einzelvorhaben gefördert zu werden. Aber die architektonische und kulturelle Bedeutung der Multihalle ist für uns das beste Argument, dennoch gefördert zu werden“, so Löbel. (wg)