Mannheim: Mutter von Gabriele Z. spricht vor Gericht

Die Mutter der in Mannheim getöteten Austauschstudentin hat vor Gericht ihre Gefühle nach dem Verbrechen geschildert. „Ohne Medikamente kann ich einfach nicht und ich gehe jeden Tag zum Grab, damit ich psychisch gesundbleibe“, sagte die 45-jährige Litauerin am Mittwoch vor dem Landgericht Mannheim.

„Jede Ecke, jede Sache zu Hause erinnert mich an meine Tochter.“ Für die Übersetzung saß eine Dolmetscherin neben ihr. Die 20 Jahre alte Studentin war im Oktober 2013 tot unter einer Brücke in der Innenstadt gefunden worden. Auf der Anklagebank sitzt ein 41-jähriger Mann, der zu den Vorwürfen schweigt. Bei ihm wurde unter anderem das Handy der Toten gefunden.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hatte der Angeklagte die junge Litauerin überfallen, erwürgte sie mit ihrem Schal und verging sich an ihr. Kurz nach der Tat fassten die Ermittler den Mann in seiner Wohnung im nahe gelegenen Grünstadt in der Pfalz. Die Mutter der Toten beschrieb ihre Tochter als ehrgeizig und unsicher. „Prüfungen hat sie gut bestanden, aber sie hat sich nicht getraut, auf Deutsch zu sprechen.“ Sie habe viel gelernt und sich in Mannheim nach anfänglicher Orientierungslosigkeit sehr wohlgefühlt.

Der Angeklagte blickte zu Boden, während die Mutter sprach. Die Studentin war im August 2013 in die Stadt gekommen. Der Prozess steht kurz vor dem Ende. Am Donnerstag werden voraussichtlich die letzten Zeugen vernommen, Verwandte des Angeklagten und ein psychiatrischer Gutachter. Plädoyers und Urteil könnte es dann schon nächste Woche geben. (lsw, aktualisiert 14:16 Uhr)