Mannheim: Nach Ende einer Liebesbeziehung freizügige Fotos verschickt – Attacke aus gekränkter Ehre – Prozessbeginn

Ein Mann soll nach dem Ende einer Beziehung freizügige Bilder seiner Ex-Freundin an deren Familie geschickt haben. Ein Halbbruder der Frau soll ihn deshalb fast getötet haben. Wegen versuchten Mordes aus gekränkter Ehre muss sich ein 24-Jähriger vom morgigen Dienstag an vor dem Landgericht Mannheim verantworten. Er soll den Ex-Freund seiner Halbschwester mit einem Messer und mit einem Stein fast getötet haben – denn der Ex-Partner soll freizügige Bilder der Frau an deren Familie im Ausland geschickt haben. Die Familie kommt mutmaßlich aus dem Nahen Osten, der Halbbruder lebt in Deutschland. Der 24-Jährige soll sein späteres Opfer im Juli vergangenen Jahres wegen der Bilder seiner Halbschwester zu einem Gespräch auf dem Parkplatz einer Burgruine in Weinheim gebeten haben. Nach Darstellung der Anklagebehörde verlief das Gespräch zunächst ruhig und sachlich. Als der frühere Partner seiner Halbschwester während der Unterhaltung ein Telefonat annahm und sich abwandte, soll der Angeklagte ein Teppichmesser gezogen und dem ahnungslosen Mann Stich- und Schnittwunden am Hals und Oberkörper zugefügt haben. Als das Opfer nach einem kurzen Gerangel zu Boden ging, schlug der Angeklagte ihm laut Staatsanwaltschaft einen Stein mit Wucht auf den Kopf. Der Schwerverletzte konnte dennoch aufstehen und wegrennen. Nur das Eingreifen einer Zeugin verhinderte weitere Angriffe auf ihn. Der Mann, der als Nebenkläger auftritt, erlitt zahlreiche Schnitt und Stichwunden und eine offene Schädel-Verletzung. (mho/dpa)