Mannheim: Polizei warnt vor Facebook/SMS-Betrugsmasche

Eine relativ neue Betrugsmasche entwickelt sich zunehmend auch in Mannheim, Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis zu einer lohnenden Einnahmequelle für Kriminelle, die über soziale Netzwerke hauptsächlich Facebook-User um ihr Geld bringen.

Seit Anfang 2015 registrierte das Polizeipräsidium Mannheim bislang 70 Fälle, bei denen die Betrüger Erfolg hatten und so insgesamt mehrere tausend Euro erbeuteten. Dabei gehen sie folgendermaßen vor:

Die Täter übernehmen bzw. kopieren einen Facebook-Account und nutzen dann den SMS-Zahlungsdienst ZONG, der sich mit dem Opfer per SMS in Verbindung setzt und einen Bestätigungs-Code übersendet. Gleichzeitig wird seitens des Täters mit dem ahnungslosen Freund Kontakt aufgenommen, der durch geschickte Gesprächsführung und aufgrund des angeblichen Freundschaftsverhältnisses dazu gebracht wird, den Inhalt der ZONG-SMS an den Täter weiterzuleiten. Nach Bestätigung des per SMS übersandten PIN-Codes geht der Betrag zu Lasten der Handy-Rechnung des Opfers. Der Betrüger kann also in Höhe des gebuchten Betrages auf Kosten Dritter im Internet einkaufen, sobald er die dafür erforderlichen Bestätigungs-Codes erhalten hat.

Die Recherchen der Ermittlungsgruppe Cybercrime des Polizeipräsidiums Mannheim führten bislang ins südost-europäische Ausland und die Türkei. Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich allerdings um ein bundesweit auftretendes Phänomen, wobei die Täter jeweils in der Landessprache des Opfers kommunizieren, um deren Glaubwürdigkeit zu erhöhen.

Es wird deshalb eindringlich vor dieser Betrugsmasche gewarnt, die sich offenbar rasant ausbreitet. Oftmals handelt es sich meistens um relativ geringe Beträge weit unter 100.- Euro. Deshalb bemerken die Opfer erst viel später, dass der Facebook- Account eines Freundes übernommen bzw. geklont wurde und die eigene Handy-Rechnung (einschließlich PrePaid-Karten) belastet wird. Auch der Inhaber des gehackten Facebook-Kontos wird meist erst durch misstrauische Freunde auf die Manipulation aufmerksam gemacht.

Das Polizeipräsidium Mannheim rät deshalb:

  • Behandeln Sie ihre Daten stets als vertraulich und geben Sie nicht mehr als notwendig von sich Preis.
  • Streng vertraulich sollten Ihre Adresse, Bankverbindung oder Rufnummern von Ihnen und Ihren Familienangehörigen sein, auch wenn ein sog. „Freund“ aus einem Sozialen Netzwerk Sie danach fragt. Kommunizieren Sie in diesen Fällen lieber persönlich. Vergewissern Sie sich lieber fernmündlich, dass der Freund authentisch ist.
  • Schützen Sie Ihre Passwörter, die darüber hinaus besonders sicher und exklusiv ausgesucht sein müssen. Geben Sie Ihre Passwörter oder Zugangsdaten niemals an Dritte weiter.
  • Reagieren Sie mit Argwohn, wenn Sie ungewollt Nachrichten von unbekannten Absendern oder Firmen erhalten.
  • Bestätigen Sie die erwähnten ZONG-SMS nicht, es sei denn, Sie haben diese persönlich und wissentlich initiiert, um ein Geschäft abzuschließen oder Kauf zu tätigen.
  • Sollten Sie eine SMS dieser Art erhalten haben, so nehmen Sie persönlich mit dem Facebook-Freund Kontakt auf und informieren ihn darüber, dass sein Account manipuliert wurde.
  • Ist man Opfer einer derartigen Straftat geworden, sollte man den Mobilfunk-Vertrag schnellstmöglich ändern, dass derartige Abbuchungen nicht mehr möglich sind.

Wichtig ist dabei insbesondere auch, dass Anzeige bei der Polizei erstattet wird. Anzeigen werden bei jeder, für den jeweiligen Wohnort zuständigen Polizeidienststelle entgegen genommen.

(Originalquelle: Polizei Mannheim)