Mannheim: Polizei zieht nach Demonstrationen türkischer und kurdischer Gruppen Bilanz

Nach den Kundgebungen von pro-türkischen Demonstranten auf dem Mannheimer Marktplatz und Anhängern einer kurdischen Organisation auf dem Paradeplatz hat die Polizei Bilanz gezogen. Demnach blieben die angemeldeten Demonstrationen friedlich; davor und danach hatten die Beamten aber Mühe, die Gruppen voneinander zu trennen. Sie leiteten am Ende drei Ermittlungsverfahren ein. Die Einzelheiten im Pressebericht des Polizeipräsidiums Mannheim:

Rund 3000 Teilnehmer bei pro-türkischer Versammlung auf dem Marktplatz; wenige Straftaten

Bei einer pro-türkischen Veranstaltung versammelten sich am späten Samstagnachmittag auf dem Marktplatz in der Spitze bis zu 3000 Teilnehmer.

Die ersten trafen bereits gegen 17 Uhr ein; gegen 19.15 Uhr war die Versammlung beendet. Während die Veranstaltung absolut friedlich verlief, hatten die Einsatzkräfte der Polizei davor und danach alle Hände voll zu tun, um zum Teil hoch emotionalisierte pro-türkische und kurdische Anhänger zu trennen.

Insbesondere nach der Veranstaltung kam es in der Innenstadt, rund um die Quadrate H2 und H3, zu Provokationen und verbalen Auseinandersetzungen beider Lager. Starke Polizeikräfte, auch unter Einsatz von Polizeipferden, sperrten deshalb Straßen in der Innenstadt ab, um ein Aufeinandertreffen zu verhindern.

Darüber hinaus formierte sich eine Spontandemonstration von geschätzten 300 Teilnehmern, die unmittelbar im Anschluss an die Versammlung vom Marktplatz zum Paradeplatz zog. Diese Spontanversammlung löste sich nach rund einer halben Stunde im Bereich der Kunststraße und entlang des Stadthauses auf. Begleitet wurde diese Aktion von einem laut hupenden Autokorso, der von der Kunststraße in Richtung Wasserturm rollte. Gegen 21 Uhr hatte sich die Lage in der Innenstadt soweit entspannt.

Fast zeitgleich zur pro-türkischen Versammlung kam es am Paradeplatz zu einer kurzfristig angemeldeten Zusammenkunft einer pro-kurdischen Organisation, die von der Versammlungsbehörde der Stadt Mannheim untersagt wurde. Rund 30 Teilnehmer hatten sich dennoch gegen 17 Uhr zusammengefunden. Als entgegen der Absprachen provokative Parolen skandiert wurden, wurde die Versammlung beendet.

Zwischen 17 Uhr und 19.30 Uhr musste der Schienenverkehr der RNV im Bereich der Planken und der Breiten Straße mehrfach unterbrochen werden.

Insgesamt wurden drei Ermittlungsverfahren eingeleitet; eines wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsverbot und in zwei Fällen wegen Körperverletzung. (Quelle: Polizeipräsidium Mannheim)