Mannheim: Preisverfall macht Südzucker schwer zu schaffen

Der Preisverfall für Zucker macht dem weltgrößten Zuckerproduzenten Südzucker mit Sitz in Mannheim schwer zu schaffen. Im vergangenen Geschäftsjahr ist der Gewinn eingebrochen. Das operative Konzernergebnis lag wegen der Probleme in der Zucker-Sparte nach Unternehmensangaben vom Mittwoch bei rund 25 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte Südzucker noch 445 Millionen Euro erzielt. Auch der Umsatz sank, von 6,98 Milliarden auf rund 6,75 Milliarden. Die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr sind ebenfalls alles andere als rosig. Der Aktienkurs des im SDax notierten Unternehmens gab daraufhin deutlich nach.

Die Tonne Zucker wird derzeit auf dem Weltmarkt für etwa 300 Euro gehandelt. Noch vor zweieinhalb Jahren lag der Preis bei 500 Euro, heisst es. Wegen des Preisverfalls bei Zucker im Zuge des Endes der EU-Marktverordnung hatte Südzucker Ende Februar ein Sparprogramm für die Sparte aufgelegt, die unter anderem die Schließung von mehreren Werken vorsieht. Das Unternehmen will damit seine Produktion um bis zu 700 000 Tonnen im Jahr reduzieren. Dadurch könnten jährlich bis zu 100 Millionen Euro eingespart werden.

Nach der angekündigten Schließung von Zuckerfabriken in Warburg (Nordrhein-Westfalen) und Brottewitz (Brandenburg) verbleiben in
Deutschland noch sieben Werke. Insgesamt beliefern 16 000 Rübenanbauer die Südzucker-Standorte im Inland. Von den Schließungen
betroffen wären 1150 Landwirte. In drei weiteren Werken in Frankreich und Polen soll der Betrieb ebenfalls eingestellt werden.

Für das neue Geschäftsjahr 2019/20 bleibt Südzucker angesichts schwankungsanfälliger Zucker- und Ethanolmärkte vorsichtig und geht
von einem Konzernumsatz von 6,7 bis 7 Milliarden Euro aus. Das operative Konzernergebnis sieht das Management in einer Bandbreite
von null bis 100 Millionen Euro. Den vollständigen Bericht für das vergangene Geschäftsjahr will das Unternehmen am 16. Mai
veröffentlichen. (mho/dpa)