[AKTUALISIERT] Mannheim: Protest bei Südzucker – Mitarbeiter fürchten um Jobs

Update von 19.00 Uhr:

Der Aufsichtsrat hat den Sanierungsplänen des Südzucker-Vorstands zugestimmt: Die beiden deutschen Fabriken in Brottewitz (Brandenburg) und Warburg (Nordrhein-Westfalen) mit insgesamt rund 150 Mitarbeitern werden geschlossen; ebenso zwei Werke in Frankreich, ein Werk in Polen. Zudem sind Einschnitte in der Verwaltung geplant. Das könnte auch die Mannheimer Zentrale mit ihren etwa 500 Beschäftigten treffen. Details gibt es noch keine. Das Unternehmen will so jährlich bis zu 100 Millionen Euro sparen – gleichzeitig allerdings, so steht es in einer Mitteilung, sollen Nachbarfabriken von Brottewitz und Warburg mit Investitionen „sichtbar gestärkt“ werden.

Seit dem Ende der Marktordnung der Europäischen Union (EU) ist Südzucker einem härteren Wettbewerb ausgesetzt. Europas größter Zuckerkonzern leidet unter historisch niedrigen Preisen. Vor allem Indien und Thailand produzieren massenhaft Zucker, das Angebot auf dem Weltmarkt ist höher als die Nachfrage. Die Landwirte, über eine Genossenschaft größter Anteilseigner von Südzucker, monieren zudem Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU. (Quelle: morgenweb)


Ursprungsmeldung:

Der Aufsichtsrat des Südzucker-Konzerns ist heute in Mannheim zu einer Sondersitzung zusammengekommen, um über die Zukunft der Werke in Brottewitz und Warburg zu entscheiden. Vor der Mannheimer Südzucker-Zentrale fanden sich etwa 350 Mitarbeiter und Landwirte ein, um gegen die drohende Schließung der Werke in Brandenburg und Nordrhein Westfalen zu protestieren. Beschäftigte der bedrohten Zuckerfabriken werfen dem Südzucker-Vorstand vor, das Unternehmen handle voreilig und nehme sich nicht ausreichend Zeit zur Erarbeitung anderer Konzepte. Seit Ende der EU-Zuckermarktordnung 2017 muss der Mannheimer Konzern auf sinkende Zuckerpreise reagieren. Wegen eines drastischen Abfalls der Preise rechnet Europas größter Zuckerproduzent im Geschäftsjahr 2018/19 mit einem Umsatzrückgang von 100 bis 200 Millionen Euro. Daher sollen die Werke Warburg und Brottewitz geschlossen werden. Die Mitarbeiter zeigten sich vor der Konzernzentrale in Mannheim mit gelben Westen, Trillerpfeifen und Transparenten. Auf einem dieser Plakate hieß es etwa, „Werkschließungen sind die letzte, nicht die erste Alternative“. Nach Angaben von Südzucker sind am Standort Brottewitz 90 Mitarbeiter beschäftigt. Im Südzucker-Werk Warburg arbeiten demnach 60 Menschen. (dpa/mj)