Mannheim: Prozess gegen Lokführer beginnt am Mittwoch

Zwei Jahre nach einem schweren Zugunfall in Mannheim beginnt der Prozess gegen den Lokführer. Er soll ein Haltesignal übersehen und Warnungen ignoriert haben. Die entscheidende Frage: Warum?

Mannheim (dpa/lsw) – 35 Menschen waren im August 2014 bei einem schweren Zugunglück in Mannheim verletzt worden. Schuld gewesen sein ein heute 62 Jahre alte Lokführer, der laut Staatsanwaltschaft ein Haltesignal übersah und Warnungen ignorierte. An diesem Mittwoch, 21. September, beginnt vor dem Mannheimer Amtsgericht der Prozess gegen den Mann.

Der von dem Lokführer gelenkte Güterzug war mit einem Eurocity zusammengestoßen, in dem rund 250 Menschen saßen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Gefährdung des Bahnverkehrs und fahrlässige Körperverletzung vor. Der Angeklagte hat Fehler eingeräumt.

Die Anklagebehörde stützt sich auf den Abschlussbericht des Eisenbahn-Bundesamtes. Demnach hob der Lokführer die Zwangsbremsung auf, nachdem er ein Haltesignal überfahren hatte. Dann sei er ohne den vorgeschrieben Kontakt zum Fahrdienstleiter weitergefahren. Anschließend kam es zur Kollision. Als zweiter Prozesstag ist der 28. September angesetzt.

Bei dem Unglück waren zwei der neun mit Passagieren besetzten Waggons des Reisezuges entgleist und umgekippt. Auch die Lok des Güterzuges sowie mehrere Containerwagen entgleisten. Die Züge waren den Angaben zufolge mit 30 bis 40 Kilometern pro Stunde unterwegs. Den Schaden bezifferten die Behörden auf mehr als 2,3 Millionen Euro.