Mannheim: Prozess um tödlichen Handy-Streit vor Hotel

Der Angeklagte im Prozess um einen tödlichen Streit wegen eines heruntergefallenen Handys hat seinen Angriff auf einen Rentner als eine Art Notwehr dargestellt. Er habe im Juni 2015 im Gedränge einen Hieb auf der Schulter gespürt und sein Handy sei zu Boden gefallen, sagte der 30-Jährige vor dem Landgericht Mannheim. Außerdem sei er beleidigt worden. Um Distanz zu schaffen, habe er ausgeholt und dem Rentner mit der geöffneten Hand ins Gesicht geschlagen. „Ich wollte nur bewirken, dass er mir nicht zu nahe kommt“, sagte der Angeklagte. Es sei nur eine „Backpfeife“ gewesen. Sein Gegenüber sei zwei, drei Schritte zurückgestolpert und dann zu Boden gefallen. Danach sei er geflüchtet. Der Rentner wurde durch den Sturz am Auge schwer verletzt und erlitt eine Gehirnblutung, durch die er ins Koma fiel. Wenig später starb der damals 68-Jährige an einer beidseitigen Lungenentzündung. In der Anklage ist von einem Schlag mit der rechten Faust auf die linke Gesichtshälfte die Rede. Dabei sei der linke Augapfel durch eine zerbrochene Brille so verletzt worden, das der Verlust des Sehvermögens befürchtet werden musste. Zudem habe der Geschädigte Gesichtsverletzungen und Jochbeinfrakturen erlitten. Es handele sich bei der Tat um eine Körperverletzung mit Todesfolge, betonte der Staatsanwalt. (lsw/mj)