Mannheim: Prozessauftakt wegen Veruntreuung von Geldern für Asylbewerber – Mitarbeiterin der Stadtverwaltung vor dem Amtsgericht

Gut 83 000 Euro soll eine Mitarbeiterin des Sozialamts veruntreut haben, indem sie bei Auszahlungen an Asylbewerber Geld in die eigene Tasche steckte. Am Montag um 13 Uhr beginnt am Amtsgericht Mannheim der Prozess wegen besonders schwerer Untreue gegen die 62-jährige Angestellte der Stadt Mannheim. Ihr drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Die Frau war im Sozialamt für Hilfen für Asylbewerber zuständig. Dabei buchte sie Asylbewerbern bewilligtes Geld auf eine Zahlkarte, das sie sich an einem Geldautomaten der Behörde auszahlen lassen konnten. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, falsche Beträge auf diese Karten gebucht zu haben. Als die Asylbewerber das Geld abhoben und die falschen Beträge reklamierten, soll die 62-Jährige ihnen den richtigen Betrag auf eine zweite Karte gebucht, das zurückgegebene Bargeld aber selbst behalten haben.

Zwischen 2012 und 2016 soll sie in 439 Fällen Beträge zwischen 50 bis 590 Euro abgezweigt und mehr als 83 000 Euro Steuergeld veruntreut haben. Der mutmaßliche Betrug flog bei einer Stichprobenkontrolle des Rechnungsprüfungsamts im Mai 2016 auf. (lsw)