Mannheim: Radierung „Der Trinker“ in Kunsthalle als NS-Raubkunst identifiziert

In der grafischen Sammlung der Kunsthalle Mannheim sind 25 Werke, die im Nationalsozialismus mit großer Wahrscheinlichkeit ihren jüdischen Besitzern geraubt wurden. Eindeutig der Kategorie Raubkunst zuordnen lässt sich nach Angaben des Museums die Radierung „Der Trinker“ (1874) von Wilhelm Leibl. Diese habe die Kunsthalle 1944 von der Mannheimer „Verwertungsstelle volksfeindlichen und jüdischen Vermögens“ erworben. Die Behörde verkaufte und verteilte vorwiegend in den Häfen von Rotterdam und Antwerpen zurückgelassenes Umzugsgut jüdischer Bürger Mannheims und Nordbadens an die Bevölkerung in Mannheim. Der frühere Eigentümer der
Arbeit ist unbekannt. Der größte Teil der 2253 Inventarnummern, die das Museum von 1933 an erworben hat, ist jedoch unbedenklich, wie aus dem Abschlussbericht des Provenienzforschers Mathias Listl hervorgeht. Einen ausführlichen Beitrag über die Arbeit des Kunstexperten seheh sie heute Abend in unsererer Kunsthallen-Sendereihe „Aura“ in RNF Life.(mf/lsw)