Mannheim: Raus aus der Halle – Suche nach Habseligkeiten nach GNTM-Abbruch

Die geplante Suche nach einem neuen Topmodel gerät zum Ausnahmezustand: Alle müssen aus der Halle raus. Am Morgen danach kommen enttäuschte Zuschauer zurück – mit ihren Tickets und auf der Suche nach zurückgelassenen Jacken und Taschen.

Von Christian Jung

 

Mit seiner zwölfjährigen Tochter Alexia steht ein Vater am Ticketschalter der SAP-Arena. Beide waren extra aus Düsseldorf zur Finalshow von „Germany’s next Topmodel“ nach Mannheim gereist. Nach dem Abbruch der Sendung wegen einer Bombendrohung steht der Immobilienmakler gleich am Freitagmorgen wieder an der großen Veranstaltungshalle. Er will das Geld für die Eintrittskarten, die je 60 Euro gekostet hatten, zurück.

 

Doch das Prozedere mit den Tickets ist da noch unklar. Wegen einer telefonischen Drohung bricht der Sender ProSieben am Donnerstagabend die Castingshow ab. Tausende Zuschauer müssen die Arena räumen – das zehnte Finale ist jäh zu Ende. Der Vater aus Düsseldorf sitzt im Publikum nicht weit entfernt von Heidi Klums Tochter. „Ich war überrascht, dass Heidi in der plötzlichen Pause sofort ihre Tochter auf den Arm nahm und verschwand“, erzählt der 46-Jährige tags darauf. Erst kurze Zeit später sei dann gesagt worden, dass die Halle evakuiert werden müsse. Einige Zuschauer äußern später auch Unmut darüber, dass die Prominenten angeblich viel früher aus dem Gebäude geführt worden seien – Augenzeugen berichten von rund 20 Minuten Differenz.

 

Am Freitagmorgen ist es rund um die SAP-Arena – wo sonst große Konzerte und Sportveranstaltungen organisiert werden – wieder relativ ruhig. Bühnenarbeiter bauen Equipment ab, Polizei ist nicht mehr zu sehen. Dafür kommen Zuschauer vor die Halle, die wegen des abrupten Endes der Show ihre Habseligkeiten zurückgelassen haben. „Unsere Sachen sind im Spint. Mein Handy, Geldbeutel und den Autoschlüssel musste ich gestern zurücklassen“, erzählt eine Studentin aus Mannheim. Im ersten Stock der SAP-Arena sind in etwa 100 Plastiktüten von Besuchern zurückgelassene Kleidungsstücke eingepackt und nach Sitzplätzen sortiert.

 

Ob der Vater und seine zwölfjährige Tochter aus Düsseldorf nun die Lust an der Castingshow verloren haben? Das abgebrochene Finale soll am 28. Mai gezeigt werden – allerdings nicht live. Er wolle ohnehin erstmal sein Geld für die Tickets zurück, sagt der 48-Jährige. (dpa/lsw)