Mannheim: Rhein-Neckar Löwen vor Belastungsprobe

Martin Schwalb weiß um die besondere Herausforderung. Die kommenden Monate werden für den Trainer der Rhein-Neckar Löwen und seine Mannschaft zu einer Belastungsprobe. «Aber ich will nicht jammern, weil wir froh sind, dass wir spielen dürfen», sagt der 57-Jährige mit Blick auf das straffe Programm. Allein schon der Februar hat es in sich. Neun Spiele in 26 Tagen warten auf den zweifachen deutschen Handball-Meister. Eigentlich wären es sogar zehn gewesen.

Doch das Bundesligaspiel am nächsten Sonntag bei der MT Melsungen wird verlegt, weil Andreas Palicka, Romain Lagarde und Albin Lagergren und damit gleich drei Löwen-Profis noch am Final-Wochenende bei der WM in Ägypten auf dem Feld standen und sich nun nach ihrer Rückkehr in eine Quarantäne begeben müssen. Erst am nächsten Montag und nach mehreren negativen Corona-Tests sollen sie wieder zum Team stoßen. So handhabten es die Nordbadener auch mit allen anderen WM-Fahrern, von denen bislang keiner einen positiven Test aufwies.

Entsprechend gehen die Löwen trotz der Corona-Infektion des Flensburger Nationalspielers Johannes Golla davon aus, dass ihre Spieler gesund aus Ägypten zurückkehren. Niemand will sich verrückt machen. Es gibt genügend andere Aufgaben – und zwar Spiele in Serie.

Am Dienstag (17.30 Uhr) und Mittwoch (18.45 Uhr) stehen zwei Nachholbegegnungen in der European League bei den Kadetten Schaffhausen an, beide Partien waren im vergangenen Jahr wegen Corona-Infektionen bei den Schweizern ausgefallen. Um es kurz und schmerzlos zu machen, werden beiden Spiele in Schaffhausen ausgetragen. Mit dabei sind dann auch die WM-Fahrer Patrick Groetzki, Uwe Gensheimer und Andy Schmid, die am Montag erstmals mit der Mannschaft trainieren und in der Schweiz zum Einsatz kommen sollen.

«Wir haben einen breiten Kader und wir freuen uns über jede Aufgabe», sagt Schwalb, den Managerin Jennifer Kettemann gerne über das Saisonende hinaus binden möchte. «Beide Seiten wissen, was sie aneinander haben», sagt sie. Schwalb selbst geht von einer «zeitnahen Entscheidung» aus, räumt dem Thema aber keine höchste Priorität ein.

Kurzfristig beschäftigt sich der gebürtige Stuttgarter lieber mit dem Mammutprogramm in den nächsten Monaten, in denen seiner Meinung nach der «Mannschaftsgeist entscheidender sein wird als ohnehin schon. Es kommt darauf an, wie man mit dieser Situation umgeht.»

Entsprechend begreift der Trainer jedes Spiel nicht als Last, sondern als Chance – übrigens auch für den Entwicklungsprozess, in dem er die Mannschaft sieht. Diese sei «noch lange nicht» fertig. (dpa/kwi)