Mannheim: Richter krank – Drogenprozess gegen elf Männer ausgesetzt

65 Verhandlungstage waren schon geschafft, nun muss der Mannheimer Drogenprozess gegen elf Angeklagte wegen Krankheit des Vorsitzenden Richters ausgesetzt werden. Die Angeklagten blieben in Untersuchungshaft, weil die Hauptverhandlung gegen sie neu beginne, sagte ein Sprecher des Landgerichts am Donnerstag in Mannheim. Dies werde vermutlich Ende August/Anfang September der Fall sein. Der Prozess hatte am 24. Juni 2014 begonnen. Seit dem 8. Juni ist der Vorsitzende Richter längerfristig erkrankt.

Fahnder hatten im Oktober 2013 fast 150 Kilogramm Amphetamine in Ludwigshafen entdeckt – eine der größten Mengen dieser Droge, die bundesweit je sichergestellt wurde. Laut Anklage sollen die elf Männer über angeworbene Kuriere Chemikalien in ein niederländisches Drogenlabor gebracht haben, um das Amphetamin herstellen zu lassen. Anschließend wurde die Droge nebst Ecstasy, Kokain, Haschisch und Marihuana zurück nach Deutschland geschmuggelt und vor allem im Raum Mannheim und Berlin verkauft. Neben den Amphetaminen hatte die Polizei auch ein Kilo Kokain und fast zwei Kilo Haschisch entdeckt, als ihnen nach zweijähriger Ermittlungsarbeit der Schlag gegen den Drogenring gelang. Der Markwert der beschlagnahmten Drogen betrug rund 1,5 Millionen Euro. (dpa/lsw)