Mannheim: Schillerpreis 2016 geht an Klaus Theweleit

Der Schillerpreis 2016 wird an den Literaturwissenschaftler und Kulturtheoretiker Prof. Dr. Klaus Theweleit verliehen – das beschloss der Gemeinderat der Stadt Mannheim am 12. April in nicht-öffentlicher Sitzung. „Seine mit essayistischer Brillanz verfassten Analysen gesellschaftlicher Fragestellungen weisen eine eindrucksvolle Verknüpfung von Gegenwartsdiagnostik und historischer Expertise auf“, begründete das Preisgericht unter Vorsitz von Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz die Wahl. Mit der Vergabe des Schillerpreises solle daran erinnert werden, dass die Publikationen des wissenschaftlichen Grenzgängers und Brückenbauers Theweleit eine breite Öffentlichkeit erreiche und eine gesellschaftliche Wirkung entfalte, so der Oberbürgermeister. „Seine Werke gehören zum Kulturgut unseres Landes. Das wollen wir mit dem renommiertesten Kulturpreis dieser Stadt würdigen.“ Die Preisverleihung findet am Sonntag, 12. Juni, 11 Uhr, im Schauspielhaus des Nationaltheater Mannheims statt. Seit den 1970er Jahren kreisen Theweleit Werke um die Gewalt von Männern gegen Frauen in Mythos, Realität und Popkultur. Um gesellschaftliche Phänomene zu beschreiben, kombiniert sein theoretischer Ansatz Erkenntnisse der Psychoanalyse, Literatur, Kunst, Popkultur und Politik und gewinnt daraus überraschende Erkenntnisse. Mit dem Schillerpreis der Stadt Mannheim werden Persönlichkeiten geehrt, die durch ihr Schaffen zur kulturellen Entwicklung in hervorragender Weise beigetragen haben. Er wurde 1954 anlässlich des 175. Jubiläums des Nationaltheaters gestiftet und erinnert an das Wirken des jungen Dramatikers, dessen „Räuber“ 1792 in Mannheim uraufgeführt wurden. Der Schillerpreis der Stadt Mannheim ist mit 10.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben. (Stadt Mannheim/mj)