Mannheim: Kein Zusammenhang zwischen Geruchsproblematik an Jobcenter und Schule

Der beißende Geruch im Mannheimer Jobcenter wurde durch verstopfte Urinale ausgelöst. Die Becken und Rohre der Herrentoilette im Keller der Behörde seien mit Tüten zugeklebt worden. Darunter hätte sich Schwefelwasserstoff gebildet, sagte Polizeisprecher Heiko Kranz. Hinweise auf einen Anschlag mit Buttersäure durch einen Unbekannten, was die Polizei zunächst vermutete, bestätigten sich somit nicht. „Messungen der Feuerwehr ergaben, dass der Geruch durch Schwefelwasserstoff verursacht wurde, der sich in verstopften Abflüssen in der Herrentoilette im Untergeschoss gebildet hatte. Über die Lüftungsanlage hatte sich der Geruch im Gebäude bis in das dritte Obergeschoss ausgebreitet. Gegenstand der Ermittlungen ist, ob die Bildung des Schwefelwasserstoffs bei der Reinigung der Toilettenanlage am Montagmorgen entstand“, heißt es in der Mitteilung der Polizei.

Das Jobcenter wurde komplett evakuiert, etwa 200 Mitarbeiter in Sicherheit gebracht. Vier Menschen kamen mit Atembeschwerden ins Krankenhaus. Es rieche wie faule Eier, so Kranz. Eine Firma werde die verstopften Rohre und Urinale spülen. Die Mitarbeiter der Behörde seien nach Hause geschickt worden. Wenn das Gebäude gelüftet sei, sollten de Menschen am donnerstag dort wieder arbeiten können. Wie Kranz erklärte, ist Schwefelwasserstoff nur in hoher Konzentration und in geschlossenen Räumen gesundheitsgefährdend. Ein Zusammenhang mit möglicherweise verschütteter Säure in der Mannheimer Uhland-Schule (etwa zehn Rad-Minuten entfernt) sieht die Polizei nicht.

Woher der Gestank in der Uhland-Schule (Grund- und Werkrealschule) kommt, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen. Etwa 550 Schüler wurden zur Mittagszeit in Sicherheit gebracht. „Die Schüler sind nicht mehr in Gefahr“, sagte Polizeisprecher Michael Klump. Die Feuerwehr untersuche das Gebäude. (dpa/wg)