Mannheim: Sprachforscher findet Kretschmanns Wortwahl verletzend

Der Mannheimer Sprachforscher Henning Lobin findet die Äußerungen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zum Umgang mit Flüchtlingen zum Teil verletzend. Das gelte für den Begriff „Horden“ mit Blick auf Gruppen männlicher Asylsuchender, sagte der Direktor des Instituts für Deutsche Sprache (IDS) der Deutschen Presse-Agentur in Mannheim. „Den Begriff „Horde“ auf Menschen zu beziehen, ist immer nur abwertend.“  Die zehn häufigst genutzten Adjektive zu diesem Begriff – von marodierend, plündernd über barbarisch bis hin zu mordend – seien hochgradig negativ. Der Regierungschef habe bei seiner Wortwahl den herabwürdigenden Zusammenhang, in dem das Wort steht, nicht
ausreichend bedacht oder auch bewusst entstehen lassen. Der Ministerpräsident hatte „Heilbronner Stimme“ und „Mannheimer Morgen“ mit Blick auf Gruppen krimineller junger Flüchtlinge gesagt: „Salopp gesagt ist das Gefährlichste, was die menschliche Evolution hervorgebracht hat, junge Männerhorden.“(mf/lsw)