Mannheim: Stadt reißt Problem-Immobilie im Jungbusch ab und kündigt sozialen Wohnraum an

Sechs Monate nach der Besetzung eines leerstehenden Wohnhauses im Mannheimer Szeneviertel Jungbusch durch Aktivisten hat die Stadt den Abriss des maroden Gebäudes am Donnerstag angekündigt. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft werde auf dem Areal innerhalb von zwei Jahren ein barrierefreies Haus mit günstiger Miete errichten, heißt es. Das seit 2011 leerstehende Gebäude war im August in die Schlagzeilen geraten, als Aktivisten das einsturzgefährdete Haus kurz besetzten. Sie wandten sich damit gegen eine Sanierung der Immobilie und forderten stattdessen günstigen Wohnraum. Der Jungbusch im Nordwesten Mannheims galt lange Zeit als massiver sozialer Brennpunkt. Fast zwei Drittel der etwa 30 000 Einwohner besitzen einen Migrationshintergrund. Das Problemviertel ist aber auf dem Weg zu einem bunten Kiez, unter anderem durch die Ansiedelung von Kreativzentren wie der Popakademie. Langzeitbewohner beklagen jedoch steigende Mieten, ein Grund ist der Zuzug zahlungskräftiger Wohnungseigentümer. (dpa/sab)