Mannheim: Streit um Auschwitz-Foto – Mitarbeiter darf bei Bahn bleiben

Im Streit um die Kündigung eines Mitarbeiters wegen eines im Internet veröffentlichten Auschwitz-Fotos hat die Deutsche
Bahn ihre Berufung zurückgezogen. Sie akzeptierte damit ein Urteil des Arbeitsgerichts Heidelberg, das die Kündigung im Februar für unwirksam erklärt hatte. Der 38 Jahre alte Mann hatte auf Facebook das Bild des Nazi-Vernichtungslagers mit der Unterschrift gepostet, Polen sei bereit für die Flüchtlingsaufnahme. Die Bahn hielt den Post für untragbar.
Die Vorsitzende Richterin am Landesarbeitsgericht in Mannheim deutete am Freitag bei der Berufungsverhandlung aber an, dass ein solches Foto nicht die Kündigung eines langjährigen Mitarbeiters rechtfertige (Az. 19 Sa 3/16). Der Mitarbeiter ließ über seinen Anwalt nochmals erklären, der Post sei als Satire gemeint gewesen. Die Anwältin der Bahn hingegen sagte: „Ich sehe da keine Satire.“  Der Bahnmitarbeiter mit polnischen Wurzeln brach während der Verhandlung mehrfach in Tränen aus. Nach seiner Darstellung war der Facebook-Post als Kritik an der polnischen Regierung gedacht gewesen. Das Foto stamme aus einer polnischen Satirezeitschrift. (dpa)