Mannheim/Stuttgart: Hunderttausende Bahnfahrer von Sperrung der ICE-Strecke betroffen

Die Fahrzeit im ICE zwischen Mannheim und Stuttgart dauert 37 Minuten – ab 10. April müssen die täglich 66.000 Reisenden auf der Strecke 45 Minuten mehr einkalkulieren. Bis Ende Oktober wird die Schnellbahntrasse wegen einer Generalüberholung komplett gesperrt, das werden etwa auch Reisende von Frankfurt oder von Mainz nach Stuttgart zu spüren bekommen. Umgeleitet wird über eine andere Trasse – von Stuttgart aus via Mühlacker, Bruchsal und Schwetzingen. Auf der Schnellstrecke fahren momentan täglich 185 Fern- und mehr als 20 Güterzüge. Eine Sanierung in Abschnitten kam für die Bahn nicht infrage. Ein Konzernsprecher erläutert: „Es ist eine bewusste Entscheidung gewesen, komplett zu sperren, statt drei bis vier Jahre mit Einschränkungen zu leben.“ Fahrgäste aus Frankfurt müssen bis nach Stuttgart 30 bis 45 Minuten länger einkalkulieren. Auch von und nach Mainz müssen Fahrgäste mehr Zeit einplanen. Nach Heidelberg dauert die Fahrt von Stuttgart aus dann 70 Minuten, 30 Minuten länger als sonst. Auch Fernreisende, die etwa von München nach Paris wollen, müssen sich auf Widrigkeiten einstellen. Die Bauarbeiten bremsen auch den Nahverkehr ab sowie Fahrten zwischen Karlsruhe oder Pforzheim und Stuttgart. Von Karlsruhe nach Stuttgart verlängert sich die Fahrzeit um 15 bis 20 Minuten. Die Frequenz nimmt ebenfalls ab: So wird es laut Bahn zwischen Stuttgart und Mannheim „meist“ drei statt vier Züge innerhalb von zwei Stunden geben. Der Fahrgastverband Pro Bahn mahnt kundenfreundliche Regelungen für die bevorstehenden Härten an. Landeschef Stefan Buhl fordert von der Bahn, Pendlern mit gesenkten Ticketpreisen entgegenzukommen. (dpa/mj)