Mannheim: Tödliche Stiche erregen die Gemüter

Nach der tödlichen Messerstecherei vor der H-4-Wache in der Mannheimer Innenstadt ist Kritik am Vorgehen der Beamten laut geworden. Bei der blutigen Auseinandersetzung einer Männergruppe war, wie in RNF-Life ausführlich berichtet, ein 20Jähriger am Donnerstagabend erstochen worden. Sein 44 Jahre alter Vater wurde schwer verletzt. „Nach jetzigen Erkenntnissen rief der Polizist Verstärkung und legte zu seinem Eigenschutz seine schusssichere Weste an und ging wieder zurück an den Ort des Geschehens“, erklärte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Mannheim, Thomas Mohr, am Sonntag. Bis die Verstärkung ankam, war der 20-Jährige jedoch schon tot. Mohr bewertete den Vorfall als „Verkettung unglücklicher Umstände“ und sprach den Angehörigen des Opfers sein Mitgefühl aus. Der Polizei werde nun aber „Angst und Feigheit“ unterstellt. Ein Polizeisprecher bestätigte, wonach Unbekannte das Wort „Schisser“ auf die Wache gesprüht hatten. Unterdessen konnte die Polizei alle vier Tatverdächtigen fassen. Ein 22-Jähriger sei in Untersuchungshaft, die drei anderen seien wieder auf freiem Fuß, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Der genaue Tathergang sowie das Motiv seien wegen unterschiedlicher Zeugenaussagen nach wie vor unklar. (dpa/mho)