Mannheim: Urteil im Hygiene-Skandal – Bewährungsstrafe für ehemaligen Klinikum-Geschäftsführer

Im Prozess um den Hygieneskandal am Mannheimer Klinikum fiel heute das Urteil gegen den ehemaligen Geschäftsführer Alfred Dänzer. Das Landgericht verhängte eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren und 75 000 Euro Geldbuße. Die Kammer argumentierte, Dänzer habe durch sein Verhalten zwischen 2007 und 2014 die Gesundheitsgefährdung von Tausenden Patienten in Kauf genommen.

Mehr als drei Jahre nach Abschluss der Ermittlungen begann im Februar der Prozess gegen Alfred Dänzer. Die Richter kamen zu der Überzeugung, dass der langjährige Klinikums-Geschäftsführer Aufgaben für die Beseitigung gravierender Mängel bei der Sterilisierung von OP-Besteck an Untergebene delegierte, die davon kaum Ahnung hatten und die er nicht kontrollierte. Dänzer rechtfertigte sich im Prozess damit, dass er von den ihm unterstellten Führungskräften nicht über die Miss-Stände informiert worden sei. Die Verteidigung kündigte Revision gegen das Urteil an. Der Hygieneskandal machte 2014 Schlagzeilen. Er kostete die Uniklinik Ruf, Patienten und Millionen-Einnahmen. (mho/dpa)