Mannheim: Wulff kritisiert Naidoo; Kunze nimmt ihn in Schutz

Ex-Bundespräsident Christian Wulff (57) nimmt den Sänger Xavier Naidoo wegen seiner umstrittenen Liedtexte in die Verantwortung. „Er begibt sich in die Nähe von Totengräbern der Demokratie, in die Nähe des Hasses“, kritisierte Wulff im „Mannheimer Morgen“. Naidoo verfüge als erfolgreicher Musiker über viel Macht. „Und wer über viel Macht verfügt, der hat auch viel Verantwortung.“ Dieser werde der Sänger aber so nicht gerecht. Naidoo und seine Band Söhne Mannheims sehen sich dem Vorwurf des Rechtspopulismus ausgesetzt, unter anderem wegen kritischer Zeilen über Politiker in ihrem neuen Lied „Marionetten“. Unterdessen hat Sänger Heinz-Rudolf Kunze seinen Musikerkollegen Xavier Naidoo wegen des umstrittenen Textes zum Lied „Marionetten“ in Schutz genommen. Naidoo sei kein besonders kompetenter politischer Sänger, sagte Kunze der „Leipziger Volkszeitung“. „Sobald er sich in politisches Fahrwasser begibt, halte ich ihn für einen ziemlichen Wirrkopf, aber nicht für einen Neonazi.“ Er halte den Liedtext für einen „poetischen Ausrutscher“, so Kunze. Anfang der Woche hatte es deswegen ein Krisentreffen zwischen der Stadt Mannheim und der Popband gegeben – Naidoo hatte danach mitgeteilt, dass das Lied zugespitzt und möglicherweise missverständlich sei. Die Radiosender NDR 2 und Bremen Vier distanzierten sich von Konzerten mit Naidoo. (dpa/mj))