Mannheim: Einigung im Sparkassenskandal zwei Jahrzehnte danach

Gut zwei Jahrzehnte nach dem Sparkassenskandal in Mannheim haben sich die Beteiligten auf eine endgültige Lösung geeinigt. Nach dem Gemeinderat und dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) hat am Freitagnachmittag auch der Sparkassenverband Baden-Württemberg (SVBW) entschieden, gegen eine Einmalzahlung auf die noch bestehenden Forderungen zu verzichten. Das teilte der Verband mit. Riskante Kreditgeschäfte trieben die Mannheimer Sparkasse in den 90er Jahren an den Rand des Ruins. Zwei ehemalige Bank-Manager wurden deshalb zu Haftstrafen verurteilt. Im Zuge des Skandals musste die Bank ihre Selbstständigkeit aufgeben und wurde mit der kleineren Sparkasse Weinheim zur Sparkasse Rhein-Neckar-Nord zusammengelegt. Die Stadt Mannheim und die beiden Sparkassenverbände stellten der Sparkasse anschließend etwa 441 Millionen Euro für die Sanierung bereit.

Große Teile der Summe hätten eigentlich zurückgezahlt werden sollen, allerdings waren zuletzt immer noch fast 319 Millionen Euro offen. Das ursprünglich bereitgestellte Geld der Sparkassenverbände stammt aus speziell für derartige Zwecke bereitgestellten Töpfen, da komme es dem SVBW zufolge durchaus vor, dass Beträge nicht zurücküberwiesen werden. Auch die Stadt Mannheim hätte laut einer Beschlussvorlage des Gemeinderats zur Erlassung der Forderungen theoretisch noch mehr als 76 Millionen Euro von der Sparkasse bekommen sollen. Nach Einschätzung der Stadtverwaltung seien aber keine wesentlichen Zahlungen mehr zu erwarten gewesen. Die beiden Verbände erhalten als Einmalzahlung 34 Millionen Euro, die Stadt Mannheim 2,5 Millionen Euro. (mho/dpa)