Mannheim/Heidelberg: Drogen- Razzia in Flüchtlingsheimen

Drogenfahnder haben am Montag in Baden-Württemberg mindestens zehn Asylbewerber verhaftet. Es bestehe der dringende Tatverdacht von Rauschgifthandel, sagte ein Polizeisprecher. Ein Großaufgebot von Ermittlungsbeamten durchsuchte seit dem frühen Morgen eine Einrichtung der Landeserstaufnahmestelle (Lea) für Flüchtlinge in Mannheim, 8 Unterkünfte und Wohnungen für
Asylbewerber in Heidelberg und 16 weitere in anderen Orten im Südwesten. Die Razzia dauerte am Vormittag noch an.
Allein in Mannheim, Heidelberg und im Rhein-Neckar-Kreis waren etwa 300 Polizisten im Einsatz, um die Haftbefehle zu vollstrecken. Die Ermittlungen begannen nach Polizeiangaben im vergangenen Dezember, als Asylbewerber in der Mannheimer Innenstadt sowie auf der Neckarwiese beobachtet wurden, wie sie mit Haschisch oder Kokain handelten.
Eine Sozialarbeiterin der Lea in Karlsruhe sagte, es gebe gelegentlich Hinweise auf Drogenkonsum in Zimmern der Einrichtung. Einige Flüchtlinge etwa aus Nordafrika kämen bereits mit Drogenproblemen nach Deutschland. Hinweise auf gewerbsmäßigen Drogenhandel kenne sie hingegen nicht.
Die Flüchtlinge bleiben zurzeit sechs Wochen bis drei Monate in der Einrichtung, ehe sie auf Unterkünfte der Landkreise und Kommunen verteilt werden. Die Flüchtlinge in den Einrichtungen des
Landeserstaufnahmesystems müssen nach Angaben der Sozialarbeiterin oft lange warten, bis sie ihren Asylantrag stellen können. Die Erhöhung des Personals beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
mache sich bisher mit kürzeren Wartezeiten bemerkbar. (dpa/lsw)