Mannheim/Karlsruhe: Bundeskartellamt prüft bis November EnBW-Aufstockung an MVV

Das Bundeskartellamt prüft intensiv die vom Stromkonzern EnBW geplante Aufstockung beim Mannheimer Energieunternehmen MVV. „Das Hauptprüfverfahren läuft“, sagte ein Sprecher der Behörde. Das Bundeskartellamt will sich bis Anfang November Zeit nehmen, um das Marktumfeld zu analysieren oder mögliche wettbewerbliche Bedenken zu prüfen. Das „Handelsblatt“ berichtete, MVV habe in einem Schreiben an das Bundeskartellamt gmitgeteilt, EnBW überschreite nicht nur formal die 25-Prozent-Anteilsschwelle, sondern erweitere auch materiell die Einflussmöglichkeiten auf die strategische und operative Geschäftstätigkeit von MVV erheblich. Der Mannheimer Bundestagsabgeordnete Dr. Gerhard Schick (Grüne) wertet das Angebot von EnBW als feindliche Übernahme durch die Hintertür und fordert das Kartellamt und das Land Baden-Württemberg als Eigentümer von EnBW auf, das Vorhaben zu verhindern. Deutschlands drittgrößter Stromkonzern EnBW hatte im März angekündigt, seinen Anteil am Mannheimer Energieunternehmen MVV ausbauen zu wollen – von jetzt 22,48 auf 28,76 Prozent. Die Karlsruher hätten damit aber eine Sperrminorität und so ein Vetorecht bei wichtigen Entscheidungen. (lsw/Grüne MA/mj)