Zur Sache vom 12. Oktober 2018

Freie Fahrt mit Brief und Siegel! Die“Mannheimer Akte“ beendete vor 150 Jahren Zollschranken auf dem Rhein

Für uns alle ist das ganz selbstverständlich: Der Rhein als internationale Wasserstraße ist von Basel bis zur Nordsee frei befahrbar für Schiffe aller Nationalitäten, so wie wir das ja auch auf der Schiene kennen. Und die war es auch, die im 19. Jahrhundert als damals neuer Verkehrsweg den Fluss von den Hindernissen befreite, die den Fürstentümern und Kleinstaaten entlang des Ufers zuvor ordentlich die Kassen füllten: Alle Nase lang mussten die Lastkähne beidrehen und Zoll zahlen, die Städte pochten auf teure Stapelrechte und so ging es langsam und mühselig voran auf Vater Rhein. Doch die Konkurrenz zur Eisenbahn zwang zum Handeln. Und so rauften sich die damaligen Rheinanliegerstaaten Baden, die bayrische Pfalz, Hessen, die Niederlande und Preußen vor 150 Jahren nach langen Hin und Her zusammen und vereinbarten im Mannheimer Schloss die freie Fahrt für Schiffe aller Nationen. Diese sogenannte Mannheimer Akte aus dem Oktober 1868 war damals der Beginn des internationalen Freihandels, ist heute noch verbindlich und Vorbild für ähnliche Regelungen z.B. in Asien und Afrika.

Zur Sache diskutieren:

  • Melanie von Castell, Prok. Rhein-Neckar-Hafengesellschaft Mannheim
  • Franz Reindl, Direktor Hafenbetriebe Ludwigshafen
  • Konrad Fischer, Geschäftsführer der CONTARGO Rhein-Neckar GmbH
  • Thomas Hartmann, 1. Vorsitzender Mannheimer Schiffahrtsverein von 1894
  • Dr. Hanspeter Rings, MARCHIVUM, Institut für Stadtgeschichte Mannheim

Moderation: Bert Siegelmann