Mosbach/Adelsheim: Prozess wegen sexuellen Missbrauchs im Gefängnis nicht öffentlich

Wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen im Gefängnis muss sich eine Psychologin seit heute Morgen vor dem Landgericht Mosbach verantworten. Kurz nach Prozessbeginn wurde die Öffentlichkeit auf Antrag des Staatsanwalts bis zur Urteilsverkündung ausgeschlossen. Während der Verhandlung kämen auch „Umstände aus dem intimen Lebensbereich“ zur Sprache, hieß es unter anderem zur Begründung. Die Staatsanwaltschaft wirft der 33-Jährigen vor, in der JVA Adelsheim 2016 mehrfach Geschlechtsverkehr mit einem 17 Jahre alten Häftling gehabt zu haben. Bis zum 26. April sind acht Termine angesetzt und mehr als zehn Zeugen geladen. Einer Gerichtssprecherin zufolge sind auch die Plädoyers und das Schlusswort nicht öffentlich. Ende Juni 2016 war es zum Streit zwischen der Angeklagten und dem Häftling gekommen. Den Ermittlungen zufolge hatte der Jugendliche die Frau aufgefordert, acht Handys in das Gefängnis zu schmuggeln. Bei einer Anhörung in der Vollzugsanstalt berichtete der Häftling dann von den einvernehmlichen sexuellen Handlungen. Aus Angst vor drohenden Konsequenzen warf die Angeklagte dem Jugendlichen daraufhin vor, sie vergewaltigt zu haben und erstattete gegen ihn Anzeige. Dies sei „in Kenntnis der Unrichtigkeit ihrer Angaben“ geschehen, teilte das Gericht mit. Die Frau hat sich der Staatsanwaltschaft zufolge in sechs Fällen des Missbrauchs von Schutzbefohlenen, jeweils in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch von Gefangenen in Tatmehrheit mit falscher Verdächtigung schuldig gemacht. (dpa/sab)