Mosbach: Arzt soll Wiederbelebung eines Patienten verhindert haben

Ein Arzt soll im Neckar-Odenwald-Kreis seine Kollegen daran gehindert haben, einen schwerkranken Patienten
wiederzubeleben. Wie die Staatsanwaltschaft Mosbach mitteilte, hat die Behörde ein Todesermittlungsverfahren
eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft ist durch ein Verfahren vor dem Arbeitsgericht Mosbach auf den Fall aufmerksam geworden und hat nach eigenen Angaben erst seit Dienstag Kenntnis davon. Der Oberarzt soll verhindert haben, dass die Kollegen den schwerkranken Mann wiederbeleben. Darauf soll der Patient an seinem Erbrochenen erstickt sein. Der Mediziner hatte seine Entscheidung damit begründet, der schwerkranke Mann habe keine lebenserhaltenden Maßnahmen gewünscht. Da die Klinik keine entsprechende Erklärung – beispielsweise eine Patientenverfügung – fand, wurde der Arzt fristlos gekündigt. Daraufhin zog er vor das Arbeitsgericht. Die Staatsanwaltschaft erhielt so schließlich Kenntnis von dem Fall, wie die Behörde mitteilte. Bei der Todesart sei damals ein natürlicher Tod vermerkt worden.
Daher wurde die Staatsanwaltschaft auch zunächst nicht informiert, hieß es. Noch sei der Arzt nicht befragt worden. Dies solle aber bald geschehen. Eine Untersuchung des Toten sei nicht mehr möglich, da dessen Leichnam eingeäschert worden sei. (dpa/sab)