Mosbach: Nach Massenschlägerei in Jugendgefängnis weiterer Prozess

Nach der Massenschlägerei im Jugendgefängnis Adelsheim im Neckar-Odenwald-Kreis im Sommer vor einem Jahr kommt ein weiterer Häftling vor Gericht. Wie das Landgericht Mosbach mitteilte, muss sich von diesem Freitag an ein 19-Jähriger wegen versuchten Totschlags, Gefangenenmeuterei und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Ende August war schon gegen einen 21-Jährigen der sogenannten Multikulti-Gruppe der Prozess eröffnet worden.
Am 20. August 2014 waren im größten Jugendgefängnis in Baden-Württemberg zwei rivalisierende Gruppen von Gefangenen bei einem Hofgang in Streit geraten. Erst beschimpften sich beide Parteien nur, doch dann gingen nach Angaben der Staatsanwaltschaft mindestens 17 Häftlinge aufeinander los. Justizvollzugsbeamte schritten ein und wollten schlichten, wurden jedoch von den Gefangenen angegriffen. Sechs Aufseher wurden so schwer verletzt, dass sie dienstunfähig waren. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 19-jährigen unter anderem vor, einen Beamten „wie beim Anstoß im Fußball mit dem Fuß wuchtig gegen die linke Kopfseite getreten“ zu haben. Es sei dem Angeklagten
gleichgültig gewesen, ob der Mann sterbe. Der Beamte erlitt unter anderem eine Halswirbelsäulen- sowie eine Kniegelenksdistorsion. Er ist noch immer arbeitsunfähig und zeigte
laut Gericht Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung. Der
Angeklagte ist inzwischen in der JVA Stuttgart inhaftiert. (dpa/lsw)