Neue Gesellschaftsstruktur sichert RNF-Sendebetrieb dauerhaft

SNP-Gründer und CEO Dr. Andreas Schneider-Neureither ist neuer Alleingesellschafter / Mit neuen Formaten und erweiterter Digitalstrategie in die Zukunft

Das Rhein-Neckar-Fernsehen geht mit einem neuen Gesellschafter ins Jahr 2020: Dr. Andreas Schneider-Neureither, Gründer und CEO der Heidelberger SNP Schneider-Neureither & Partner SE, übernimmt über die SN Assets GmbH (Heidelberg) 100% der Anteile an der neu gegründeten Rhein-Neckar-Fernsehen & TV-Produktion GmbH. Die neue Gesellschaft ist aus der Insolvenz der früheren Rhein-Neckar-Fernsehen GmbH hervorgegangen. Sie übernimmt die Sendelizenzen, das Studio, die Produktionsmittel sowie einen Großteil der Belegschaft des insolventen Unternehmens. Geschäftsführer der neuen Gesellschaft ist wieder Ralph Kühnl, der bereits seit Februar 2019 das Rhein-Neckar-Fernsehen leitete, nachdem es zunächst in die Mediengruppe Dr. Haas eingegliedert worden war.

Wichtige Rolle in der regionalen Medienlandschaft und Teil der regionalen Infrastruktur

“Ich sehe die Notwendigkeit eines journalistisch geprägten Fernsehsenders in der Metropolregion Rhein-Neckar”, sagt Dr. Andreas Schneider-Neureither zu seiner Motivation, den TV-Sender aus der Insolvenz herauszulösen. “Gerade in Zeiten, in denen die Entwicklung von Medien, speziell im Regionalen, nicht vorherzusehen ist, braucht es diese stabile Säule – auch in Bezug auf die demokratische Willensbildung in der Bevölkerung. Die Metropolregion Rhein-Neckar will zu den attraktivsten Regionen in Europa gehören – bei diesem Anspruch gehört ein Fernsehsender zur Infrastruktur dazu. Das Rhein-Neckar-Fernsehen durchdringt die gesamte Region mit den Städten Heidelberg, Mannheim, Ludwigshafen und ihrem Umland. Fernsehen gibt es in jedem Haushalt, der Sender ist quasi barrierefrei empfangbar. Er hat 400.000 regelmäßige Zuschauer und User und stellt damit im regionalen Kontext eine äußerst gewichtige Stimme dar. Im digitalen Zeitalter gehört dem Bewegtbild die Zukunft. Es wäre fahrlässig, in dieser Phase eine so starke und glaubwürdige Marke, wie RNF sie darstellt, nicht weiterzuführen.”

“Wir sind sehr froh, in Dr. Schneider-Neureither einen Investor gefunden zu haben, der unsere Werte teilt”, sagt RNF-Geschäftsführer Ralph Kühnl. “Unser Sender steht seit 1986 in erster Linie für fundierte journalistische Information aus der Metropolregion Rhein-Neckar. Sie ist die Grundlage dafür, dass sich Menschen ein umfassendes Bild über ihr Umfeld machen und auf dieser Basis beispielsweise Wahlentscheidungen treffen können. Der Sender trägt durch zahlreiche Formate aber auch dazu bei, dass sich die Bevölkerung mit ihrer Region identifiziert. Wir schaffen Transparenz und verbinden die Menschen im Dreiländereck von Baden, Südhessen und Pfalz emotional. Diese Aufgabe wollen wir in Zukunft noch besser ausfüllen und vor allem auch durch die konsequente Präsenz auf digitalen Plattformen auch jene jungen Zielgruppen für das Geschehen in der Region begeistern, die schon gar kein herkömmliches lineares Fernsehen mehr nutzen.”


Das VIDEO aus RNF LIFE vom 15. Januar 2020


Das Engagement von Dr. Schneider-Neureither bei RNF bedeutet indes nicht, dass er künftig alleine die Geschicke des Senders verantworten will. Er sieht Unternehmen, Kommunen und Institutionen in der Region mit in der Pflicht: “Das regionale Fernsehen ist wichtiger Teil der regionalen Infrastruktur, viele Menschen haben einen Nutzen davon, es ist aber auch eine gemeinsame regionale Aufgabe. Unser Engagement benötigt nennenswerte Ergänzung aus anderen Teilen der Region, sprich: finanzielle Zuwendung, in Form von Werbebudgets oder der Beauftragung von Dienstleistungen bei RNF, beispielsweise Firmen- oder Eventvideos. Dann erst kann RNF seine Rolle als relevante Medienplattform in dieser Region so erfüllen, wie viele seiner Zuschauer und Nutzer, aber auch Politiker und Multiplikatoren es erwarten.”

Neue Formate und neue Gesichter bringen mehr Abwechslung ins Programm und erhöhen die Attraktivität für Werbepartner

Neue Formate im Programm von RNF sowie auf den bekannten Online-Plattformen sollen diesem Anspruch gerecht werden: Der regionale Sport mit seiner vielfältigen Vereinsstruktur soll wieder einen höheren Stellenwert einnehmen, ebenso Musik regionaler Künstlerinnen und Künstler, Ratgeber-, Freizeit- und Ausflugsangebote. Ein neues, junges Angebot soll die jüngere Zielgruppe ansprechen. Mit einer mobilen Produktionseinheit will RNF häufiger als bisher ganze Sendungen außerhalb des eigenen Studios in der Region vor Ort produzieren und so noch näher bei den Menschen sein. “Wir wollen in den Subregionen der Metropolregion mit unseren Kameras wieder mehr Präsenz zeigen, positive Geschichten herausarbeiten, interessante Menschen vorstellen und im besten Sinne das Heimatgefühl stärken. Im Fernsehen sollen unsere Zuschauer immer aktuell informiert und unterhalten sein; ergänzt durch einen zeitgemäßen Online-Auftritt mit maßgeschneiderten Inhalten für alle relevanten digitalen Plattformen, auf denen sich User heute über das Geschehen auf dem Laufenden halten”, formuliert Ralph Kühnl die Ziele für RNF. “Wichtiger denn je wird sein, dass sich nicht nur unsere Zuschauer, sondern auch unsere Werbepartner in einem wertigen Umfeld gut aufgehoben fühlen. Denn sie sind es, die es erst ermöglichen, dass wir redaktionell produzieren können.”

Der Sender geht mit einer Kernmannschaft von 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ins neue Jahr, kann aber auf einen Stamm von freien Mitarbeitern zurückgreifen, um die vielfältigen Aufgaben zu erfüllen. Zudem sollen mittelfristig neue Gesichter frischen Wind ins Programm bringen.

Zusätzliche Fördermittel stützen Medienvielfalt

Die Grundlage, um überhaupt über eine Weiterführung von RNF nachdenken zu können, kam im November vom Land Baden-Württemberg: Der Landtag stellte für die sieben sogenannten Must-Carry-Sender eine Fördersumme von insgesamt 8,4 Millionen Euro in den Doppelhaushalt 2020/21 ein. Zudem steuert die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) eine Infrastrukturförderung von 1,5 Millionen Euro pro Jahr bei. Bei linearer Verteilung hätte so jeder Sender im Land eine Summe von etwa 814.000 Euro pro Jahr aus Fördergeld zur Verfügung. Die exakten Fördermodalitäten stehen bisher noch aus. “Diese Aussicht, die sich erst in der zweiten November-Hälfte 2019 auftat, eröffnete die Möglichkeit eines tragfähigen Sanierungskonzepts”, erläutert Insovenzverwalter und Rechtsanwalt Steffen Rauschenbusch, Kanzlei Ernestus (Mannheim). “Sicherlich ist der Abbau von Mitarbeitern nie das Ziel eines Unternehmens, im Fall von RNF war dies aber der zweite essentielle Baustein, um zum Ziel zu kommen. Im Zusammenspiel mit der Förderung war es nun möglich, auf Grundlage der Wirtschaftsdaten des Jahres 2019 eine ausgeglichene Planbilanz für ein neues Unternehmen aufzustellen.” Für einen künftigen Gesellschafter bot sich aus dieser Konstruktion, die sich aus dem Insolvenzrecht ergab, die Möglichkeit, ein gänzlich unbelastetes Unternehmen – ausgestattet jedoch mit der starken Marke RNF – zu übernehmen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Mediengruppe Dr. Haas (u.a. “Mannheimer Morgen”) hatte zum 1. Januar 2019 das Rhein-Neckar-Fernsehen aus einer Insolvenz in Eigenverwaltung übernommen. Sie kündigte im September 2019 an, die Aktivitäten im Bereich des Regionalfernsehens nicht mehr weiterführen zu wollen, nachdem Werbeeinnahmen das Geschäft nicht wie erwartet getragen hatten. Daher meldete die Rhein-Neckar-Fernsehen GmbH Ende September 2019 Insolvenz beim Amtsgericht Mannheim an.

Über RNF:

  • Das Rhein-Neckar-Fernsehen ist mit seinem 24-Stunden-Vollprogramm in der Metropolregion Rhein-Neckar in den Kabelnetzen von Vodafone/Unitymedia sowie bundesweit über das IPTV-Angebot der Telekom („Magenta Zuhause“) und Satellit Astra auf dem Kanal von Aristo-TV täglich zwischen 18.00 und 18.30 Uhr mit RNF LIFE (ab 20. Januar 2020) sowie zwischen 20.30 Uhr und 21.30 Uhr frei empfangbar.
  • Der 24-Stunden-Livestream des Senders und die Mediathek sind über die Website RNF.de sowie Apps für Smartphones und Tablets (iOS/Android), Smart-TV-Boxen (Amazon Fire TV, Apple TV), das Lokal-TV-Portal (Satellit/HbbTV) und diverse Smart-TV-Gerätetypen verfügbar.
  • Laut einer von RNF initiierten Umfrage vom Mai 2019 nutzen 400.000 Menschen in der Metropolregion Rhein-Neckar regelmäßig das Programm (Weitester Seherkreis). Am Senderstandort Mannheim liegt der Bekanntheitsgrad des Senders in der Bevölkerung bei 96%, in der Metropolregion Rhein-Neckar bei 87%.