Neustadt: Insolvenzwelle bei Tankstellen vorerst abgewendet

Trotz der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie ist eine Insolvenzwelle bei Tankstellen vorerst verhindert worden. Die existenzbedrohende Krise der Pächter sei durch ein Rettungspaket der Gesellschaften abgewendet, sagte Herbert Rabl, Sprecher des Tankstellen-Interessenverbands (TIV) in Neustadt an der Weinstraße (Rheinland-Pfalz). Mineralölunternehmen verzichteten teilweise oder komplett auf Pachtzahlungen. Der TIV vertritt die Interessen der Betreiber von 200 Tankstellen in Hessen, 150 in Rheinland-Pfalz und 50 im Saarland. Vor drei Wochen hatte er vor einer Pleitewelle gewarnt, weil die Beschränkungen wegen der Pandemie den Verkauf in Shops und das Zusatzgeschäft mit Angeboten wie Autowäsche hart getroffen hatten.

Laut TIV sind Tankstellenpächter in der Regel selbstständige Unternehmer, die aber vertraglich eng an Mineralölgesellschaften gebunden und in ihrer Handlungsfreiheit stark eingeschränkt sind. Den Großteil der Einnahmen erzielten die Betreiber über Shop und Zusatzgebote. Dort war das Geschäft eingebrochen. Gleichzeitig liefen die Pachtkosten von 500 bis 15 000 Euro pro Monat weiter. Doch nach Gesprächen hätten die Gesellschaften „heimlich, still und leise“ ihre Tankstellenpächter gerettet. Staatliche Hilfen seien wegen der Altersrücklagen der Pächter oftmals nicht infrage gekommen. (dpa/asc)