Neustadt: Obst für alle

In mehreren Städten in Rheinland-Pfalz darf das Obst von kommunalen Bäumen gepflückt werden. In Neustadt an der Weinstraße etwa können sich Bürger an bis zu 4000 Bäumen bedienen. Und zwar kostenlos. Die Bauern sehen die öffentlichen Bäume und Wiesen nicht als Konkurrenz. „Der überwiegende Teil der Landwirte dürfte solche Möglichkeiten begrüßen“, sagte der Sprecher der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Frieder Zimmermann. „Oft beauftragen die Städte auch Bauern mit der Pflege der öffentlichen Flächen.“ Häufig dürften die Landwirte auf den Flächen selbst ernten. Einen kommerziellen Nutzen könnten sie daraus allerdings nicht ziehen: „Mit den geringen Mengen kann kein Bauer Geld verdienen. Außerdem sind die Früchte meistens klein und unschön, aber gesund.“ In Neustadt können sich Obstfreunde auf öffentlichem Gelände kostenlos die Taschen füllen. Die Stadt hat auf Anfragen von Bürgern die Erlaubnis zum Ernten gegeben. Dies würde nicht als Diebstahl angesehen, teilte die Kommune mit. „Es sind vor allem Äpfel, Birnen, Kirschen und Zwetschgen, aber auch Kirschpflaumen, Mirabellen, Walnüsse, Mispeln und Speierlinge.“ Je nach Art und Sorte sei das Obst zum Essen oder als Most für Säfte, Weine oder zum Schnapsbrennen geeignet. Die Interessenten müssten sich aber vergewissern, dass sie nicht versehentlich auf Privateigentum zugreifen. Damit keine Irrtümer passieren, gibt die Stadt Lagepläne aus. Und es gibt Vorschriften. So müssen die Obstfans darauf achten, keine Äste abzureißen. Auch dürfen die Bäume nicht mit Stangen traktiert werden. „Zuwiderhandlungen wären Sachbeschädigungen und damit strafbar“, teilte die Stadt mit. Sie weist auch darauf hin, dass die Obstfreunde die Grundstücke auf eigene Gefahr betreten. (mho/dpa)