Neustadt/Bad Dürkheim: Janina Huhn ist Deutsche Weinkönigin

Die Pfalz hat den Thron der Deutschen Weinkönigin zurückerobert: Acht Jahre nach Katja Schweder wurde gestern abend im Neustadter Saalbau Janina Huhn aus Bad Dürkheim zur 66. Deutschen Weinkönigin gekrönt. Die 24jährige setzte sich im Finale gegen fünf Konkurrentinnen durch und fungiert nun ein Jahr lang als oberste Repräsentantin des deutschen Weines. In der Amtszeit dürften rund 200 Termine auf Janina zukommen. Angst vor dem Pensum hat die 24-Jährige nach eigenen Angaben nicht. „Ich liebe Herausforderungen“, sagt die hochgewachsene blonde Frau nach der Wahl. „Ich weiß, es wird einmalig.“ Huhn, die einen Abidurchschnitt von 1,1 und unter anderem Geschichte studiert hat, freut sich auf Reisen nach Asien und in die USA, hat sich für ihre Regentschaft aber auch programmatisch einiges vorgenommen. „Mir kommt es darauf an, dass dieses Amt als modern und jung wahrgenommen wird“, sagt die junge Frau, die nicht nur Querflöte spielen, sondern auch Latein und Griechisch kann. Beruflich zieht es sie in den Marketing- und Eventbereich. Gut zwei Stunden hatten die sechs Finalistinnen gekämpft und gezittert. Huhn beeindruckt vor allem bei der letzten Aufgabe, als es gilt, in einem kleinen Vortrag zu begründen, wen man für Vorbilder hält. In geschliffenen Sätzen legt sie dar, dass dies für sie eine Freundin ist, die trotz vieler Schicksalsschläge eines der schönsten Lächeln hat, die sie kennt, und ein junger Freund, der trotz seiner Verantwortung als Unternehmer für jeden Spaß zu haben sei. Auch bei der Aufgabe, eine Weinsorte zu identifizieren, schneidet sie gut ab. Huhn bekommt den Riesling, ihren Lieblingswein. Weniger gut läuft es für sie, als es gilt, unter drei Männern, die alle dieselbe Lebensgeschichte erzählen, den herauszufinden, zu dem die Vita gehört. Und auch bei der Aufgabe, in einem Vortrag über die Geschichte des Rieslings drei richtige Tatsachen zu entdecken, ist sie nicht ganz erfolgreich. Huhn, die ihre Abschlussarbeit in Geschichte über die Trinkkultur der alten Griechen geschrieben hat, sieht sich das nach. „Wein ist ein sehr umfangreiches Thema, da kann man einfach nicht alles wissen“, sagt die Tochter eines Weinbautechnikers und einer Versicherungsfachangestellten. (mho/dpa)