Oberhausen-Rheinhausen: Ermittlungen abgeschlossen – Unglück war „ein unglaublicher Zufall“

Nach dem Flugunglück in Oberhausen-Rheinhausen (Kreis Karlsruhe) mit vier Toten ist die Unfallstelle wieder freigegeben worden. Die Ermittlungsarbeiten dort seien abgeschlossen, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. „Alles, was gesucht wurde, ist auch gefunden worden.“ Am Dienstag waren ein Sportflugzeug und ein Rettungshubschrauber in der Luft zusammengestoßen und abgestürzt. Vier Menschen starben.

Der Airbus-Hubschrauber (EC 135 H) war für einen Überprüfungsflug vom Baden-Airpark gestartet und sollte auch dorthin wieder zurückkehren.Das viersitzige Kleinflugzeug vom Typ Piper (PA28) war auf dem Weg von Basel nach Speyer. Die Unglücksursache sei weiter unklar, sagte die Sprecherin. Nach derzeitigem Stand sei nicht davon auszugehen, dass die Maschinen sogenannte Blackboxen an Bord hatten, die Erkenntnisse liefern könnten. Bei den Bergungsarbeiten ist aber ein Aufzeichnungsgerät für
Flugdaten gefunden worden. Die Speichermedien werden nun ausgewertet, wie ein Sprecher der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) am Donnerstag sagte. Dabei handele es sich aber ganz eindeutig nicht um einen Flugdatenschreiber. Die in größeren Maschinen verbaute sogenannte Blackbox hat ein stabiles Gehäuse und hilft bei Unfällen, die Ursache zu rekonstruieren. Die jetzt gefundenen Speichersticks seien teilweise verbrannt. Daher sei es unklar, ob überhaupt Daten darauf zu finden seien. Derartige Speichermedien zeichnen je nach Typ unterschiedliche Flugdaten auf – etwa GPS-Koordinaten oder Windgeschwindigkeiten. Welche Daten das Gerät gespeichert hat, sei aber nicht klar. Eine Auswertung möglicher Daten sei nur ein Puzzleteil bei der Suche nach der Unfallursache, so der Sprecher. Experten der BFU in Braunschweig haben die Wrackteile an der Unfallstelle untersucht. Was jetzt damit geschehe, sei Sache der Eigentümer. In sechs bis acht Wochen soll ein Zwischenergebnis vorliegen, sagte ein Sprecher. Bis zum Abschlussbericht können mehrere Monate vergehen.

Bei den Toten handelt es sich um zwei Deutsche und zwei Schweizer. Demnach saßen in dem Hubschrauber der aus Bayern stammende 46 Jahre alte Pilot sowie ein weiterer 27 Jahre alter Pilot, der ebenfalls aus Bayern kam. Das Kleinflugzeug war mit einem 61 Jahre alten Piloten und seinem 48 Jahre alten Flugschüler aus der Schweiz besetzt. Nach Angaben des Chefs der Basler Flugschule, Dieter Spichtin, wollte der Flugschüler Pilot für Verkehrsflugzeuge werden, wie die Zeitung „Badische Neueste Nachrichten“ berichtete. Der 61-Jährige sei ein pensionierter Linienpilot gewesen. Wie es zu dem Unfall kam, könne er sich nicht erklären, sagte Spichtin. „Das war ein unglaublicher Zufall. Es kommt so gut wie nie vor, dass zwei Flugzeuge in der Luft kollidieren.“ (dpa)