Obrigheim/Stuttgart: Castoren-Transport auf dem Neckar genehmigt

Gegen den Widerstand von Atomkraftgegnern hat das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit den Transport von Castor-Behältern mit radioaktivem Müll auf dem Neckar erlaubt. Die Beförderung von 15 Behältern mit insgesamt 342 Brennelementen vom stillgelegten AKW Obrigheim zum Zwischenlager Neckarwestheim sei genehmigt, teilte die Behörde in Berlin am Dienstag mit. Die EnBW Kernkraft GmbH will nach eigenen Angaben noch in dieser Woche mit der Beladung der ersten drei Castor-Behälter beginnen.
Wann der etwa 50 Kilometer lange Transport erfolgen könne, war zunächst unklar. Aus der Genehmigung ergebe sich, dass die EnBW und
das beteiligte Transportunternehmen die Termine nicht bekanntgeben dürften, teilte EnBW mit. Die Beladung jedes einzelnen Behälters
dauere einige Tage. Im Februar hatte das Unternehmen einen Probelauf mit Castoren ohne radioaktives Material unternommen.
Atomkraftgegner protestieren gegen die geplante Beförderung auf dem Neckar. „Ein gekentertes Schiff kann nicht einfach so geborgen
werden. Ein Unfall betrifft viele Kilometer Wasser und Tausende Menschen“, hatte etwa die Landesvorsitzende des Umweltverbandes BUND,
Brigitte Dahlbender, gesagt. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat hingegen keine Bedenken gegen den Transport auf dem Wasser.(lsw/mf)