„Papierschlamm-Skandal“: 50 Hektar in Mannheim in Verdacht

Im Skandal um Kompost, der mit gefährlichen Chemikalien belastet ist, stehen 50 Hektar landwirtschaftliche
Flächen im Mannheimer Norden im Verdacht. Zwölf Hektar wurden bereits auf polyfluorierte Chemikalien (PFC) untersucht, teilte die Stadt am Freitag mit. Dort seien erhöhte Werte gefunden worden. In den nächsten Tagen sollen Experten Proben auf Ackerflächen nehmen, auf denen zwischen 2006 und 2008 Kompost mit Papierschlämmen verteilt wurde. PFC können das Immunsystem und die Fortpflanzung schädigen. Sie sind nach Angaben des Umweltbundesamtes kaum abbaubar und
verbleiben daher für einen sehr langen Zeitraum in der Umwelt. Das Land hatte wegen des Papierschlamm-Skandals, der zunächst in Mittelbaden für Aufsehen sorgte, vorsorglich Höchstwerte für PFC in Lebensmitteln festgesetzt. Im Mittelpunkt steht ein Unternehmen der Region, das die Abfälle von mehreren Papierfabriken bezogen, mit Kompost vermischt und an Bauern verkauft haben soll. Betroffen davon sind Böden in den Kreisen Rastatt und Baden-Baden. Der Mannheimer
Fall wurde im Februar bekannt. dpa/feh