Paris/Mannheim: Alstom-Aktionäre besiegeln Verkauf an General Electric

Annähernd einstimmig haben die Aktionäre des französischen Alstom-Konzerns den Verkauf der Energiesparte an den US-Konzern General Electric (GE) gebilligt. Während einer außerordentlichen Hauptversammlung stimmten am Freitag in Paris 99,2 Prozent der Anteilseigner für den lange umstrittenen Deal.

Zuvor hatte auch die französische Regierung den Weg freigemacht für den Verkauf. Wegen der strategischen Bedeutung des Unternehmens hatte
sich Paris während des Übernahmepokers zwischen GE und Siemens nebst japanischem Partner Mitsubishi Heavy Industries eigens ein Vetorecht
gesichert. Gleichzeitig steigt Frankreich mit 20 Prozent als größter Aktionär bei Alstom ein.
Den Zuschlag hatte der US-Industrieriese im Juni erhalten. GE hatte das Energiegeschäft mit 12,35 Milliarden Euro bewertet und will Gemeinschaftsunternehmen mit Alstom gründen. Ziel ist ein weltweit wettbewerbsfähiges Unternehmen im Energie- und Netzbereich. Mit
Zustimmung der Wettbewerbshüter soll das Geschäft bis Mitte des kommenden Jahres über die Bühne gehen.
Die Folgen eines noch ausstehenden Bußgeldverfahrens will der Konzern nach Angaben von Alstom-Chef Patrick Kron selbst schultern. Alstom
sei in abschließenden Verhandlungen mit dem US-Justizministerium.
Nach unbestätigten Meldungen geht es um ein Bußgeld in Höhe von rund 570 Millionen Euro wegen Bestechungsvorwürfen gegen Manager des
US-Ablegers von Alstom im Zusammenhang mit einem Geschäft in Indonesien. (dpa)