Pfalz: Mutter-Kind-Haus im Gefängnis denkbar

Die Landesregierung prüft den Bedarf für ein Mutter-Kind-Haus in den Gefängnissen in Rheinland-Pfalz. Derzeit
können Mütter und ihre Babys oder Kleinkinder während der Haft normalerweise nicht zusammenbleiben. Nur in Einzelfällen dürfen Rheinland-Pfälzerinnen in den offenen Mutter-Kind-Vollzug im Nachbarland Hessen. Angesichts der „recht knappen Ressourcen“ in Frankfurt würden nun Möglichkeiten in Rheinland-Pfalz geprüft, erklärte ein Sprecher des Justizministeriums in Mainz auf Anfrage. Derzeit gibt es in den Haftanstalten in Rheinland-Pfalz fünf schwangere Frauen. Im vergangenen Jahr haben acht Frauen während der Haft entbunden, im Jahr davor waren es drei Frauen, in diesem Jahr bislang eine. Nach der Entbindung im Krankenhaus werden Mutter und Kind getrennt. Das Jugendamt entscheidet darüber, ob die Babys bei Familienangehörigen oder einer Pflegefamilie untergebracht werden.
Die Mehrzahl der inhaftierten Frauen im Land hat minderjährige Kinder. Eine Unterbringung der Mädchen und Jungen im Gefängnis wäre nach dem Landesjustizvollzugsgesetz nur bis zum Ende des dritten Lebensjahres möglich. Wie viele Kinder dafür in Frage kämen, ist nach Ministeriumsangaben noch nicht valide geschätzt worden.
Im Gefängnis in Koblenz wäre Platz für solch ein Mutter-Kind-Haus, heißt es aus Gewerkschaftskreisen. Dort sei die Zahl der inhaftierten Frauen rückläufig. Sowohl ein offener als auch geschlossener Vollzug für Familien wäre denkbar. Winfried Conrad, Landesvorsitzender beim Bund der Strafvollzugsbediensteten in Rheinland-Pfalz meint: „Es wäre
nicht schlecht, wenn wir das hätten.“ (dpa/rcs)