[Mit VIDEO] Philippsburg: Kühltürme des AKW erfolgreich gesprengt

Die beiden Kühltürme am AKW Philippsburg sind am Morgen um 6.05 Uhr erfolgreich gesprengt worden. Das teilt der Betreiber EnBW mit. Wie es heißt, wurde der Abbruch durch mehrere gezielte Sprengungen im unteren Bereich der Türme eingeleitet. Dadurch fiel zunächst der Kühlturm des ersten Kraftwerksblocks wie geplant in sich zusammen und nur wenige Sekunden später der Kühlturm des zweiten Blocks.

Beide Türme kamen – wie vorgesehen – an Ort und Stelle auf dem Boden auf. Der Abbruch verlief, wie es in der Mitteilung heißt, jederzeit sicher. Da eine größere Menschenansammlung aufgrund der staatlichen Coronavirus-Verordnungen vermieden werden sollte, hat die EnBW den genauen Termin des Sprengabbruchs nicht vorab bekanntgeben.

 


Weitere Videos von Twitter-Usern, die ebenfalls die Sprengung im Video aus unterschiedlichen Perspektiven dokumentiert haben, haben wir in unserem LIVEBLOG verlinkt: www.rnf.de/liveblog


Der Sprengabbruch wurde den Angaben nach vom Umweltministerium Baden-Württemberg sowie durch unabhängige Sachverständige im Auftrag des Ministeriums überwacht. Die heute umgesetzte „Fallrichtungssprengung“ wurde in Deutschland zuvor bereits mehr als fünfzigmal erfolgreich beim Abbruch von Kühltürmen praktiziert. Tätig wurden, wie es heißt, mehrere, sich gegenseitig kontrollierende und beratende Sprengexperten mit jahrelanger Erfahrung.

„Wir sind mit dem gesamten technischen Ablauf sehr zufrieden. Durch unsere aufwändigen Planungs- und Vorbereitungsarbeiten konnten wir gewährleisten, dass der Sprengabbruch sicher und verantwortungsvoll verläuft“, erklärt Jörg Michels, Chef der EnBW-Kernkraftsparte. „Für die erfolgreiche und reibungslose Umsetzung des Projekts möchte ich mich bei allen Beteiligten herzlichen bedanken. Bedanken möchte ich mich darüber hinaus auch bei der Polizei, den umliegenden Gemeinden und Landkreisen sowie den zahlreichen involvierten Behörden für die konstruktive Zusammenarbeit.“

Auf der ehemaligen Fläche der Kühltürme wird durch die TransnetBW GmbH ein Gleichstrom-Umspannwerk (auch Konverter genannt) errichtet. Dieser Konverter wird den Angaben nach ein wichtiger Knotenpunkt im Übertragungsnetz sein, um Strom aus Erneuerbaren Energien vom Norden in den Süden Deutschlands zu bringen und dort nutzbar zu machen.

Bevor die Fläche vollständig an die TransnetBW übergeben werden kann, werden nun voraussichtlich bis Anfang nächsten Jahres noch Restarbeiten stattfinden. Dabei wird auch das Abbruchmaterial der Kühltürme abschließend untersucht, um seine Eignung für den Verbleib an Ort und Stelle festzustellen. Die EnBW geht davon aus, dass das Material zur erforderlichen Aufschüttung des Geländes im Bereich der Konverter-Baustelle eingesetzt werden kann. (asc)

(Quelle Video: EnBW)