Philippsburg: Mahnwache und Gespräche zum Goodyear-Interessenausgleich

Für die von der Standort-Schließung bedrohten Beschäftigten der Reifenproduktion von Goodyear-Dunlop in
Philippsburg (Kreis Karlsruhe) haben die Gespräche für einen Interessenausgleich begonnen. Wie das Unternehmen und die IG BCE am Donnerstag mitteilten, starteten zudem Sondierungen für einen Sozialplan. Der größte Arbeitgeber am Ort will bis Ende 2017 das Werk schließen. Fast 900 Menschen verlieren dann ihren Job. Über den Verlauf der Gespräche wollen Betriebsrat und IG BCE bei einer Mahnwache an der Goodyear-Pforte informieren.
Die Geschäftsleitung sprach von einer „konstruktiven Atmosphäre“. Die Inhalte der Ende November begonnenen Gespräche seien vertraulich. „Es ist unser Ziel, gemeinsam Lösungen für unsere Mitarbeiter zu finden und ihnen weitere angemessene Unterstützungsleistungen anzubieten.“  Im Interessenausgleich sollen sich beide Seiten über Zeitpunkt und Form der Betriebsänderung einigen. Der Sozialplan enthält konkrete Vereinbarungen, um Nachteile für die Beschäftigten auszugleichen oder zu mildern. Besprochen wird laut IG BCE etwa, wie Älteren der Ausstieg verträglich ermöglicht werden könnte. Auch für Auszubildende werden vorsorglich Lösungen gesucht.
Die Gewerkschaft warb um Verständnis bei den Beschäftigten für ihre „Doppelstrategie“: Gespräche mit dem Arbeitgeber, Proteste gegen die Schließung. „Wir sind der Überzeugung, dass wir so alle unsere Möglichkeiten ausschöpfen, um die (Teil-)Schließung vielleicht noch verhindern zu können.“ Sachverständige sollen bis Anfang März die Schließungspläne prüfen. Dann wird über Akzeptanz oder Widerstand entschieden. Von einer Schließung wäre jeder zehnte Bewohner des
13 000-Einwohner-Ortes betroffen.(dpa/lsw)