Region: Zuckerrüben leiden unter Witterung

Die trockene Witterung des vergangenen Spätsommers fordert auch von den Zuckerrübenbauern in Rheinland-Pfalz und Südhessen ihren Tribut. „Es hat durch die Trockenheit nicht den Zuwachs gegeben, der normalerweise zu dieser Jahreszeit möglich wäre“, sagte der Geschäftsführer des Verbandes der
Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer, Christian Lang, der Deutschen Presse-Agentur. Die Landwirte senkten ihre Ernteprognose, rechnen aber nach wie vor mit einer überdurchschnittlichen Ausbeute
von rund 76 Tonnen je Hektar.

Im langjährigen Mittel holen die Bauern in Südhessen, der Pfalz und Rheinhessen 69 Tonnen Rüben aus dem Boden. Starke Schwankungen sind nicht ungewöhnlich. Im vergangenen Jahr waren es gerade einmal 64,5 Tonnen je Hektar, 2014 dagegen ein Rekord von 87 Tonnen. Zurückzuführen sei das auch auf die Anbaufläche, sagte Lang. Nach der Traumernte vor zwei Jahren musste die Fläche deutlich reduziert
werden – das verlangen die Regeln der Marktordnung. Inzwischen sei die Fläche von 21 000 Hektar aus dem Jahr 2014 wieder erreicht. „Nächstes Jahr steigt sie auf 23 000 Hektar“, kündigte Lang an. Dass die Ernteprognose in diesem Jahr doch noch einmal nach oben korrigiert werden kann, hält Lang für unwahrscheinlich. Inzwischen sei es zwar feuchter, aber zu kalt für weitere Zuwächse. „Das Optimum liegt bei 19 bis 20 Grad – davon sind wir im Moment weit entfernt.“ Die Kälte in Verbindung mit bescheidenen Regenmengen sei schlecht für das Rübenwachstum. „Aber vielleicht bekommen wir ja noch einen warmen und nassen Herbst“, gab sich Lang optimistisch. Die Ernte sei zwar bereits in vollem Gange, dauere aber noch bis Weihnachten.

In der Region gibt es rund 2000 Zuckerrübenbauer. „Es werden jedes Jahr ein paar weniger“, sagte Lang. Wer altersbedingt ausscheide, finde häufig keinen Nachfolger für seinen Betrieb. Zudem mache sich auch bei den Rübenbauern der Trend zu immer größeren, aber dafür weniger Betrieben bemerkbar. Nach Angaben des Branchenverbands Wirtschaftliche Vereinigung Zucker verzehrt jeder Deutsche pro Jahr rund 18 bis 20 Kilo Haushaltszucker. Das meiste davon steckt in Getränken und Süßwaren. Im  Wirtschaftsjahr 2014/15 wurden in Deutschland rund 3,05 Millionen Tonnen Zucker abgesetzt. Darin enthalten ist auch die Menge, die gar nicht in Lebensmitteln landet, sondern etwa zu Bioethanol wird oder von der chemischen Industrie verarbeitet wird. (dpa/lrs)