Rhein-Neckar Fernsehen: Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wurde wie geplant eröffnet – erfolgreiche Sanierung bis Jahresende in Aussicht

Das Amtsgericht Mannheim hat das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung über das Vermögen der Rhein-Neckar Fernsehen GmbH, Mannheim, wie erwartet zum 1. Oktober 2018 eröffnet. Damit kann das Unternehmen seinen Sanierungskurs im Rahmen eines Insolvenzplanverfahrens fortsetzen.

Den Insolvenzantrag hatte das Unternehmen am 5. Juli gestellt. Der Sendebetrieb auf dem 24-Stunden-Kanal mit seinem tagesaktuellen Programm über das Geschehen in der Metropolregion Rhein-Neckar lief seither unterbrechungsfrei weiter. Der Fernsehsender war, wie berichtet, nach dem Verlust der Lizenz für das RTL-Regionalfenster in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Die Produktion der täglichen, 30-minütigen Sendung war in der Vergangenheit mit ca. 1,4 Mio. Euro pro Jahr vergütet worden.

Einen Teil dieser Summe fing RNF durch Produktivitätssteigerungen während eines intensiven Innovationsprozesses auf. Den zweiten Teil der Umstrukturierung kann RNF nur im Einklang mit der Insolvenzordnung bewältigen. Unter anderem ist ein Stellenabbau notwendig, um die Kosten den aktuellen Erlösen anzupassen. Die Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat über Interessenausgleich und Sozialplan werden nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens im Lauf des Oktober abgeschlossen. Auch der Insolvenzplan, der insbesondere die Befriedigung der Gläubiger regelt, soll im Lauf des eröffneten Verfahrens verabschiedet werden.

“Im vorläufigen Verfahren haben wir innerhalb der Metropolregion Rhein-Neckar viel Rückhalt gespürt”, bilanziert RNF-Gesellschafter Bert Siegelmann über die vergangenen drei Monate. “Uns ist es trotz der schwierigen Zeit gelungen, die Qualität und Vielfalt unseres Programms aufrecht zu erhalten. Das ist auch unser Ziel für die Zeit nach der Insolvenz. Unsere Zuschauer, unsere Werbekunden und auch unsere Auftraggeber in den Bereichen Video-Produktion und Event mussten und müssen keine Kompromisse eingehen.”

“Wir streben an, das Verfahren bis Ende des Jahres aufheben zu lassen”, blickt der vom Gericht eingesetzte Sachwalter Tobias Wahl (anchor Rechtsanwälte, Mannheim) voraus. Er empfahl in seinem Gutachten, die Eigenverwaltung, in der der RNF-Geschäftsführung während des Verfahrens die volle Souveränität zuerkannt wird, aufrecht zu erhalten. Dieser Empfehlung folgte das Gericht.

Alle weiteren Schritte der Sanierung stehen damit weiterhin unter der Verantwortung der Geschäftsführer Bert Siegelmann und Ralph Kühnl. In allen insolvenzrechtlichen Fragen lässt sich das Medienunternehmen von Karl-Heinrich Lorenz (Kanzlei Pabst | Lorenz + Partner, Mannheim) beraten.