Rheinland-Pfalz: Daniela Schmitt wird Spitzenkandidatin der FDP bei der Landtagswahl

Schon als Sprecherin der Wirtschaftsjunioren in Rheinhessen hat Daniela Schmitt regelmäßig im Ministerium in Mainz angeklopft und Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage (1943-2018) Ideen vorgestellt. Der Mittelstand, Firmengründungen, Unternehmensnachfolge und Start-Ups lagen ihr schon damals besonders am Herzen. Mit Wirtschafts- und Verkehrsminister Volker Wissing arbeitet sie seit rund zehn Jahren eng zusammen, seit gut vier Jahren als Staatssekretärin. «Wir sind ein eingespieltes Team, das Seite an Seite arbeitet und großes Vertrauen zueinander hat.» Jetzt hat der Landesvorstand der Liberalen die 48-Jährige als Spitzenkandidatin für die Landtagswahl am 14. März 2021 vorgeschlagen. Die Wahl ist am 7. November geplant.

Die diplomierte Bankbetriebswirtin steht für Kontinuität: Ihrem Geburtsort Alzey ist sie treu geblieben, auch ihre Mutter und ihr Bruder mit seiner Familie leben in der Nibelungenstadt gut 30 Kilometer südlich von Mainz. «Mein Mann hat die Flügel und ich die Wurzeln», sagt die Wirtschaftsfachfrau. Ihr Mann stammt aus Tschechien und ist als Unternehmensberater in der IT-Branche viel in der Welt unterwegs.

Das Interesse an Wirtschaft und Finanzen zieht sich wie ein roter Faden durch Schmitts Leben: Sie lernte Bankkauffrau bei der Kreissparkasse Alzey, studierte dann zunächst Sparkassenbetriebswirtschaft an der Sparkassenakademie Rheinland-Pfalz bevor sie zum Management-Studium an die Frankfurt School of Finance wechselte. «In jungen Jahren hatte ich auch immer mal den Drang in die weite Welt zu ziehen», erzählt Schmitt. «Aber wenn man in der Finanzbranche aktiv ist, ist das Rhein-Main-Gebiet einfach sehr attraktiv.» Sie arbeitete unter anderem bei der Westdeutschen ImmobilienBank in Mainz und der Mainzer Volksbank, bevor sie Staatssekretärin wurde.

An Bauckhage habe sie besonders seinen Pragmatismus und die Offenheit gegenüber den Menschen geschätzt, berichtet Schmitt. 2006 trat auch sie in die FDP ein. «Vom Menschenbild und der Lebenseinstellung war die FDP auch politisch meine Heimat.» Fünf Jahre stand sie an der Spitze der Vereinigung Liberaler Mittelstand in Rheinland-Pfalz.

Zwei weitere Jahre später wurde sie Wissings Vertreterin an der Landesspitze der Partei – und zugleich auch Mitglied im Bundesvorstand der FDP. Rheinland-Pfalz sei bald stark in der Bundespartei vertreten, betont Schmitt. Vor allem mit Volker Wissing als Generalsekretär, aber auch mit dem Wormser Unternehmer Harald Christ als Schatzmeister.

Politisches Engagement und Ehrenamt gehörten für Schmitt immer dazu: «Ich komme aus einem Elternhaus, in dem immer Wert darauf gelegt wurde, sich gesellschaftlich zu engagieren.» So war sie auch fünf Jahre ehrenamtliche Handelsrichterin am Landgericht Mainz.

Viel Freizeit bleibt der sportlichen Frau nicht, die früher im Verein Leistungsschwimmerin war. Inzwischen schätzt sie vor allem die Ruhe in der Natur und nimmt gerne ihre Laufschuhe mit in den Wald oder geht Wandern. «Ruhe und Natur sind für mich eine Quelle für neue Ideen und um Kraft zu tanken.» Auch Kochen am Wochenende empfindet sie als Entspannung. Zum Essen trinke sie gerne einen Wein aus den sechs so unterschiedlichen Anbaugebieten des Landes.

Das bringt die in der Wirtschaft gut vernetzte Frau erneut auf junge Unternehmer: «Es gibt wieder mehr Lust, sich selbstständig zu machen.» Ein Beispiel dafür seien die vielen jungen Winzer – und gerade auch Winzerinnen. Deren innovative Projekte, internationale Erfolge und pfiffigen Marketingideen müssten außerhalb von Rheinland-Pfalz noch viel bekannter werden.